15.02.2015: Royal Racing Club de Boitsfort – RC Sartois – 1 : 1 (0 : 0)

Drie Lindenstadion (Stade des Trois Tilleuls), Léopold Wienerlaan 60, 1170 Watermael-Boitsfort (BE)

Tore: 1:0, 1:1 (Torschützen und Zeiten unbekannt)

Zuschauer: 80

Food: Vor dem Spiel gab es bereits hervorragende Pasta in einem belgisch-italienischen Restaurant, in dem sich scheinbar der ganze Ort am Sonntagmittag trifft...

     

Nachdem es im Anschluss an das gestrige Match in Sint-Truiden nicht wieder zurück nach Hause, sondern direkt weiter nach Brüssel ging, begann der Sonntag relativ relaxed mit einem Besuch des König-Baudouin-Stadions und einem Abstecher zum Atomium, das bekanntlich zur „Expo ’58“ errichtet wurde. Erst danach ging es zum Hauptakt des Wochenendes in den beschaulichen Brüsseler Vorort Watermael. Und hier empfing der Royal Racing Club de Boitsfort in der 2e Provinciale A Brabant (6. Liga) den RC Sartois. Und natürlich gab es bei dem gerechten 1:1-Unentschieden nicht wirklich hochklassigen Fußball, aber dafür ein geiles Stadion und viele bekannte Hopper-Gesichter zu sehen.

       

Mit einer unglaublichen Kapazität von 40.000 Plätzen ist das heute unter Denkmalschutz stehende Drie Lindenstadion auch heute noch das zweitgrößte Stadion in Belgien und ein absolutes Highlight der belgischen Stadionlandschaft. Erbaut im Jahre 1948 für den damaligen und inzwischen gänzlich verschwundenen einstigen belgischen Rekordmeister Racing Brüssel wird hier heute zwar nur sechstklassiger Fußball geboten, dafür ist das weite Rund aber bis heute das belgische Rugby-Nationalstadion. Im Mittelpunkt steht eine herrliche alte Sitztribüne, die viel Ähnlichkeit mit der alten Haupttribüne des ehemaligen Georg-Melches-Stadions in Essen aufweist. Äußerst imposant sind zudem die umlaufenden Stehtraversen, die auf der Gegengeraden die stolze Anzahl von 56 Stufen erreichen. Eine Flutlichtanlage gibt es hier ebenfalls, vergeblich sucht man allerdings die drei Linden, von denen bis heute scheinbar nur eine überlebt hat.

       

Und auch ein kurzer Abstecher zum König-Baudouin-Stadion (französisch Stade Roi-Baudouin) in der Nähe des Atomiums durfte heute nicht fehlen: Errichtet wurde es Ende der 1920er Jahre und 1930 anlässlich der 100-jährigen Unabhängigkeit Belgiens als „Stade du Centenaire“ (Stadion der Hundertjahrfeier) offiziell eröffnet. Das Stadion bot seinerzeit etwa 70.000 Menschen Platz und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einer legendären Sportstätte mit vielen internationalen Fußballspielen. Traurige Berühmtheit erlangte es als Heysel-Stadion aber am 29. Mai 1985, als unmittelbar vor Beginn des Europapokal-Endspiels zwischen Juventus Turin und dem FC Liverpool insgesamt 39 Menschen bei einer Massenpanik starben. Nach der Katastrophe wurde das Stadion zu einer Multifunktionsarena umgebaut und die Kapazität auf rund 50.000 Sitzplätze reduziert. Als immer noch größtes Stadion Belgiens war es dann unter dem neuen Namen König-Baudouin-Stadion bis zum Halbfinale einer der acht Austragungsorte der Fußball-Europameisterschaft 2000.

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