02.09.2012: VfR Bürstadt 1910 – VfB Ginsheim 1916 - 4 : 0 (3 : 0)

Robert-Kölsch-Stadion, Nibelungenstr. 199, 68642 Bürstadt

Tore: 1:0 Dos Santos (7.), 2:0 Dos Santos (25.), 3:0 Arslan (42.), 4:0 Krämer (90.)

Zuschauer: 300

Food: Eine sehr empfehlenswerte Bratwurst im Brötchen

     

Im Anschluss an die Partie in Wiesbaden ging es schnurstracks mit dem Auto rund 70 Kilometer weiter Richtung Süden, nach Bürstadt im Kreis Bergstraße. Immerhin war der hier ansässige Verein für Rasensport im Jahre 1975 Deutscher Amateurmeister und spielte zwischen 1977 und 1985 insgesamt vier Jahre in der zweiten Bundesliga, bevor man wieder in den Niederungen des Amateurfußballs verschwand. Aktuell schickt man sich aber wieder an, in höhere Regionen vorzustoßen und hat dafür zu Beginn der Saison enorm aufgerüstet – ein Grund mehr, dem Verein und seinem herrlichen alten Stadion einen Besuch abzustatten.

Die Geschichte dieses Spiels der Gruppenliga Darmstadt ist dabei schnell erzählt: Bei herrlichem Spätsommerwetter machten die klar besseren Hausherren mit ihren Gästen aus Ginsheim relativ kurzen Prozess und hatten die Partie bereits zur Halbzeit für sich entschieden. Neuzugang dos Santos brachte die Platzherren bereits nach 7 Minuten in Führung und schoss auch das 2:0 nach 25 Minuten. Kurz vor der Halbzeitpause kassierten die Gäste sogar noch das dritte Gegentor, als sich Arslan gegen vier mehr oder minder passive Gästespieler durchsetzen konnte und der folgende Schuss noch abgefälscht im Bogen über den Torwart ins Tor trudelte. Die zweite Halbzeit verlief dann aufgrund der klaren Führung der Heimelf ausgeglichener, die Gäste kamen trotzdem nicht wirklich zu richtigen Chancen und nur Krämer erhöhte für den VfR in der Schlussminute noch auf 4:0.

       

Bereits seit 1923 trägt der VfR Bürstadt 1910 seine Heimspiele an der Nibelungenstraße, in unmittelbarer Nähe zum heutigen Waldschwimmbad und zur nahe gelegenen B47, aus. Als Waldstadion erbaut, erfolgte die Umbenennung in Robert-Kölsch-Stadion (ein langjähriger Gönner des Vereins) im Jahre 1990. Heute fasst dieses wunderbare alte Stadion mit seiner tollen, hoch gesetzten Haupttribüne, die vom Baustil der alten Tribüne in der Wattenscheider Lohrheide ähnelt, angeblich noch 12.000 Zuschauer. Dies ist beim Blick auf den baulichen Zustand aber eher unwahrscheinlich und ich würde mal auf eine aktuelle Kapazität von fünftausend Plätzen (darunter rund 600 Sitzplätze) tippen. Denn außer dem genialen Eingangsbereich und der überdachten Haupttribüne mit den vor gelagerten Stehplätzen ist nicht mehr viel von früherem Glanz zu erkennen: Eine Kurve mit Ihren steilen Stufen verfällt mehr und mehr, die zweite Kurve ist bereits komplett überwuchert, die Anzeigetafel ist beschädigt und nicht mehr in Benutzung und auch die ehemaligen Zäune erwecken den Eindruck, als wenn die polnische Altmetallmafia auch hier zugeschlagen hätte. Gepflegt präsentiert sich dafür das Clubheim mit seiner angegliederten Imbissbude und dem überdachten Biergarten. Eine Flutlichtanlage gab es hier scheinbar nie und die Gegengerade ist auch nicht ausgebaut, dafür aber besitzt der Club eine Anlage, die vielen Traditionalisten sicherlich Freudentränen in die Augen treibt...

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