18.03.2012: RasenBallsport Leipzig – Hertha BSC Berlin II - 1 : 0 (1 : 0)

Red Bull Arena, Am Sportforum 3, 04105 Leipzig

Tore: 1:0 Daniel Frahn (18.)

Zuschauer: 7.381

Food: Durchaus empfehlenswertes Frikadellenbrötchen

       

Nach dem Besuch bei der TSG Rotation Dresden, gefolgt von einer Ersteigung der Frauenkirche, ging es noch am späten Nachmittag wieder zurück nach Leipzig. Dort schnell eingecheckt, den Abend in der Moritzbastei ausklingen lassen und nach kurzer Nachtruhe ging es auch direkt weiter im Programm: Zuerst stand ein Besuch im neuen Tropenhaus des Leipziger Zoos (dem so genannten Gondwanaland) auf dem Programm, danach ging es weiter zum Spiel des ungeliebten Retortenclubs RB Leipzig, in dem nun so einfallsreich als Red Bull Arena bezeichneten WM-Stadion von 2006. Hier sahen immerhin knapp siebentausend Zuschauer, die sich bei äußerst humanen Eintrittspreisen auf zwei der vier Sektoren des Stadions verteilten, einen durchaus verdienten Sieg des Heimteams, wobei dieser gegen eine mittelmäßige, aber unbequeme zweite Vertretung der alten Dame aus Berlin wesentlich höher hätte ausfallen müssen. Das Tor des Tages erzielte der Spielführer der „Roten Bullen“ Daniel Frahn mit einem Hammer aus 17 Metern bereits nach 18 Minuten. Durch diesen Dreier ziehen die Leipziger wieder am Halleschen FC vorbei und übernehmen zumindest bis zur kommenden Woche erneut die Tabellenführung in der Regionalliga Nord.

       

Die heutige Red Bull Arena (bis 30. Juni 2010 Zentralstadion) wurde zwischen 2000 und 2004 als Spielstätte für die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2006 gebaut und ist zusammen mit der Festwiese Leipzig und der Arena Leipzig Bestandteil des Sportforum Leipzig. Eingebettet in dem begrünten Wall des alten Zentralstadions, von dem nur das Hauptgebäude und einige Traversen mit Holzbänken erhalten blieben, erlebte es seine erste große Feuertaufe beim Confederation Cup 2005. Aktuell bietet die Arena rund 43.500 Sitzplätze, die sich auf einen Unterrang mit 32 Blöcken und einen Oberrang mit 22 Blöcken (nur auf den Längsseiten) verteilen. Prägendes Merkmal der neuen Arena ist das geschwungene Dach. Das Tragwerk besteht dabei aus zwei seilunterspannten Bogenbindern, die auf 202 m Länge das Stadion stützenfrei in Längsrichtung überspannen. Quer- und Längsträger, die in einem umlaufenden Randträger enden, bilden das Tribünen- und Kurvendach, welches aus Metall und Glas besteht. Die Zuschauer erreichen die Anlage über 14 radial angeordnete Treppen, die den Wall des alten Stadions mit der Hauptverteilerebene der Arena verbindet. In Richtung des Spielfeldes erstreckt sich von hier aus dann der Unterrang, der Zugang zum Oberrang erfolgt über vier große seitliche Treppenanlagen. Insgesamt eine gelungene Anlage, wenn man nur bei der Farbwahl der Sitze etwas mehr Geschmack bewiesen hätte.

Das alte Zentralstadion am Elsterbecken entstand übrigens zwischen 1954 und 1956 unter der Leitung von Karl Souradny. Der 23 Meter hohe Wall wurde aus 1,5 Millionen Kubikmetern Kriegstrümmern aufgeschüttet. Einweihung des „Stadions der Hunderttausend“ war am 4. August 1956 während des II. Deutschen Turn- und Sportfestes (2. bis 5. August 1956). Es wurde mit einer Kapazität von 100.000 Sitzplätzen eröffnet und war bis zu seinem Umbau 2000 das größte Stadion Europas. Hier fanden alle Turn- und Sportfeste, alle wichtigen Fußball-Länderspiele und Leichtathletik-Wettkämpfe der ehemaligen DDR statt.

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