14.01.2012: Royal Standard de Liège  - Beerschot AC - 6 : 1 (3 : 0)

Stade Maurice Dufrasne (Sclessin), Rue de la Centrale 2, 4000 Liège (BE)

Tore: 1:0 Yoni Buyens (31.), 2:0 Geoffrey Mujangi Bia (35.), 3:0 Yoni Buyens (43.), 3:1 Sherjill MacDonald (55.), 4:1 Gohi Bi Cyriac (63.), 5:1 Ignacio Gonzalez (76.), 6:1 Michy Batshuayi (79.)

Zuschauer: 25.000

Food: Ein wahre Fressmeile mit zahlreichen Ständen, Imbisswagen und Pubs (hauptsächlich entlang der Rue Ernest Solvay) macht hier die Wahl recht schwer. Wir entschieden uns letztlich für Hamburger und Fritten an einer der Buden vor dem Stadioneingang an der Rue de la Centrale. Und beides kann man durchaus empfehlen.

     

Spontan – und somit also für einen Planer eher ungewöhnlich – ging es an diesem Samstag mit dem Sohnemann in eines der wohl attraktivsten Stadien Europas. In das Stade Maurice Dufrasne, im Volksmund einfach nur „Sclessin“ genannt und Heimat des Royal Standard Club de Liège. Hier trafen die „Roten“ mit der grauen Maus aus Beerschot (das AC steht seit Beginn der Saison und nach der wer weiß wievielten Fusion nun für „Antwerpen Club“) auf ein Team, das aufgrund seiner defensiven Spielweise in der höchsten belgischen Klasse mit seiner Zweiklassen-Gesellschaft nicht unbedingt als attraktiver Gegner zu bezeichnen ist. Doch diesmal ließen sich die Gastgeber nicht lange bitten und machten bereits in der ersten Hälfte kurzen Prozess mit den erschreckend schwachen Gästen. In einem äußerst attraktiven Match dauerte es zwar bis zur 31. Minute, ehe der Führungstreffer durch Buyens fiel, dafür legte man aber bis zur Pause noch zwei sehenswerte Treffer nach und ging vollkommen verdient mit einer 3:0-Führung in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel verflachte die Partie für einige Minuten, die Gäste bekamen so etwas wie Oberwasser und kamen nach einem schönen Spielzug doch tatsächlich zum 1:3-Anschlusstreffer. Dies war allerdings auch der Weckruf für die Hausherren, die dann ihren Spielwitz der ersten Hälfte wieder auspackten und den Gästen binnen einer Viertelstunde drei weitere Treffer einschenkten. Dabei beließen es die Gastgeber dann aber auch – wahrscheinlich schon mit Blick auf das am Mittwoch anstehende Viertelfinale im belgischen Pokal gegen das Team von Lierse SK. Standard Lüttich verbessert sich durch diesen Erfolg auf Platz 4 in der Tabelle und hat nur noch 6 Punkte Rückstand auf den Tabellenführer RSC Anderlecht, Beerschot hingegen hängt weiter im unteren Mittelfeld – wo man nach einer solchen Leistung aber auch hin gehört.

       

Willkommen in der “Hölle von Sclessin“! An den Ufern der Maas und unweit der Schornsteine der Stahlwerke von ArcelorMittal liegt im Lütticher Stadtteil Sclessin die 1909 erbaute Spielstätte des zehnmaligen belgischen Meisters Standard Lüttich. Offiziell nach dem früheren Vereinspräsidenten Maurice Dufrasne benannt, besitzt es heute exakt 30.023 Plätze und ist damit nach dem König-Baudouin-Stadion in Brüssel (50.024 Plätze) das zweitgrößte Stadion Belgiens. Besonders interessant ist das Stadion aufgrund seiner Architektur und der kompakten Bauweise. So besitzen die Tribünen I (9.033 Plätze), III (6.887 Plätze) und IV (6.767 Plätze) seit dem letzten großen Umbau in den 90er Jahren jeweils drei Ränge mit einem extrem steilen Oberrang. Allein die Tribüne II verfügt über nur zwei Ränge, besitzt aber trotzdem 7.336 Plätze (hier gibt es allerdings auch schon seit längerem Pläne, die Tribüne ebenfalls mit einem dritten Rang zu versehen, die beiden noch offenen Ecken zu schließen und so ein einheitliches Gesamtbild zu erreichen). Enthalten in den 30.023 Plätzen sind auch insgesamt 372 Logenplätze und 616 Business Seats für das verwöhnte Publikum. Die Tribüne IV ist traditionell die Heimat der großen Fanclubs (davon hat Standard bekanntlich eine Menge), ist eigentlich immer ausverkauft und sorgt auch fast durchgehend für die bei den Gästen so gefürchtete Stimmung. Die auswärtigen Fans hingegen finden ihre Plätze gegenüber auf der geteilten Tribüne IV. Insgesamt ist dieses Stadion ein absolutes Highlight, die Stimmung fantastisch, das Umfeld lädt zu einer früheren Anreise ein und ich bin mir sicher, dass es nicht unser letzter Besuch hier war...

 Zurück