21.10.2011: Rot-Weiss Essen - VfL Sportfreunde Lotte - 0 : 2 (0 : 0)

Georg-Melches-Stadion, Hafenstraße 97a, 45356 Essen

Tore: 0:1 Wiwerink (80.), 0:2 Fischer (87.)

Zuschauer: 6.190

Food: Currywurst, Pommes, Mayo – das Ganze noch nachgewürzt – klasse…

       

Hafenstraße und Flutlicht - normalerweise ein Garant für einen guten Abend - heute klappte das aber irgendwie gar nicht... Denn es war zum einen arschkalt, zum anderen sahen die knapp sechstausend Zuschauer eine unterirdische erste Hälfte, in der man eher den Eindruck bekam, dass der lokale Förster eine Prämie für den besten Holzhacker ausgesetzt hätte. Die einzige wirklich zwingende Aktion vergab der Essener Lemke kurz vor dem Halbzeitpfiff des schlechten Schiedsrichters Stegemann, als er aus knapp 20 Meter den Ball über das leere Tor hob. In der zweiten Hälfte wurde das Spiel dann allerdings einen Tacken besser und RWE übernahm die Initiative, ohne dabei allerdings zwingende Chancen gegen den enttäuschenden Tabellenführer herauszuspielen. Die Quittung dann kurz vor dem Ende, als man mehr als unglücklich und erneut nach einem Abwehrfehler das 0:1 kassierte, den Faden verlor und mit dem Schlusspfiff auch noch den zweiten Gegentreffer hinnehmen mußte. Gut, dass gleichzeitig die Konkurrenten im unteren Drittel der Tabelle auch Federn ließen...

Der Sportplatz an der Hafenstraße - das heutige Georg-Melches-Stadion - ist seit 1939 die Heimat von Rot-Weiss Essen. Im Krieg fast vollständig zerstört, wurde das Stadion durch freiwillige Helfer mittels Schüppe und Hacke wieder hergestellt. 1956 erhielt es die erste Flutlichtanlage Deutschlands und die heute noch existierende Haupttribüne. Diese galt damals als eine der ersten modernen Tribünen in Europa und besaß in den 50er Jahren Vorbildcharakter für viele andere Stadien (nahezu komplett überdacht, mit Sauna und Fitnessbereich, Schwimmbad, medizinischer Abteilung etc.). 1964 wurde es dann nach Georg Melches, dem Mitgründer von Rot-Weiss Essen, benannt. Bis zur Saison 2008/09 fasste es 21.500 Zuschauer (4.000 überdachte Sitz- und 17.500 überdachte Stehplätze), die sich auf nur drei Tribünen verteilten, da die alte Westkurve – eigentlich die Heimat der Rot-Weiss-Fans - aufgrund von Baufälligkeit bereits in den 90ern abgerissen wurde. Am Samstag, den 8. August 2009 - kurz vor der anstehenden Kommunalwahl (ein Schelm, wer hier einen Zusammenhang vermutet) - gab Essens damaliger Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger dann nach jahrelangem hin und her endlich den symbolischen „Anstoß zum Neubau“ eines neuen Fußball-Stadions. Gleichzeitig starteten die Arbeiten des ersten Bauabschnitts mit dem Abbruch von Teilen der Nordtribüne, eines Flutlichtmastes und dem Rückbau der Trainingsplätze. Danach war in einem zweiten Bauabschnitt der Neubau von Haupt-, Gegen-, Gasttribüne, Funktionsgebäude und Spielfeld des neuen Stadions neben dem bestehenden Stadion geplant. Doch viel mehr passierte nicht, denn die Bauaktivitäten wurden aufgrund einer von der Bezirksregierung über die Stadt Essen verhängten Haushaltssperre eingestellt. Der Spielbetrieb in der Regionalliga musste mit den verbliebenen 2,5 Tribünen auf der bestehenden maroden Anlage weitergeführt werden, die Volksseele kochte und nicht wenige vermuteten, dass sich dieser Zustand auch auf absehbare Zeit nicht mehr ändern würde. Besonders nach der Insolvenz und dem damit verbundenen Zwangsabstieg in die NRW-Liga am Ende der Saison 2009/10. Aber dank eines umfangreichen Sparpakets bekam die Stadt von der Bezirksregierung Ende August 2010 wieder grünes Licht zur eigenständigen Aufnahme von Krediten und am 26. Oktober erteilte der Rat mit großer Mehrheit den endgültigen Segen zum Bau der neuen RWE-Heimat. In rund 30 Monaten Bauzeit entsteht nun endlich ein neues Stadion mit 11.300 Sitz- sowie 9.000 Stehplätzen, 1.000 Business-Seats und 290 Logenplätzen, das bei Bedarf in zwei weiteren Bauabschnitten (Schließen der Ecken & Aufsetzen eines zweiten Ranges) auf 35.000 Zuschauer erweitert werden könnte. Die offizielle Übernahme durch den Generalunternehmer Köster (auch verantwortlich für den Bau der BayArena in Leverkusen) erfolgte am 13. April 2011 und der Umzug von der „Ruine“ in das neue Schmuckkästchen ist für den Beginn der Saison 2012/13 geplant. Mit den Arbeiten an der Entwässerung ging es bereits zum Ende des letzten Jahres los, danach folgte der Bau der neuen Zufahrt und aktuell laufen die Arbeiten am Rohbau der Haupttribüne und den Stützen der zukünftigen West- und Nordtribüne.

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