06.09.2011: FC Schalke 04 II – FC Twente Enschede II - 4 : 1 (1 : 0)

Glückauf-Kampfbahn, Kurt-Schumacher Str. 143-145, 45881 Gelsenkirchen

Tore: 1:0 Schmidt (6.), 1:1 Zschussehen (57.), 2:1 Schmidt (64.), 3:1 Max (72.), 4:1 Max (78.)

Zuschauer: 756

Food: Currywurst, Pommes, Mayo - lecker...

       

Dass Tradition ein wichtiger Bestandteil ist und man diese nicht vernachlässigen darf (wenn man denn welche besitzt...), hat man inzwischen auch beim FC Schalke 04 (wieder) verstanden. Und das dokumentiert der Club mit einer Serie von Freundschaftsspielen an historischer Stätte – der Glückauf-Kampfbahn. Natürlich zur Freude der nicht gerade geringen Anzahl von Traditionalisten in den Reihen der blau-weißen Anhängerschaft. Los ging es dabei mit einem Freundschaftsspiel der U23 gegen “Jong Twente“ Enschede. Vor immerhin knapp achthundert Zuschauern (ohne das parallel angesetzte Testspiel der 1. Mannschaft in Oberhausen wären es wahrscheinlich noch einige hundert mehr geworden) gewannen die „Amas“ dabei am Ende durchaus verdient mit 4:1. Im Mittelpunkt standen aber die Fans, die altehrwürdige „GAK“ und der gute Zweck. Denn ein Euro pro verkaufter Karte ging an Teutonia Schalke, das seine Heimspiele in der Glückauf-Kampfbahn austrägt. Damit soll die Arbeit, die der Verein in seinem Stadtteil leistet, zusätzlich unterstützt werden. Ein weiterer Euro des Eintrittsgeldes kam dem Schalker Fanprojekt zugute und dient zur Instandhaltung und Verschönerung der Glückauf-Kampfbahn gemeinsam mit den Ultras. Zudem werden die Schalker Jugendabteilung und ein soziales Projekt in Absprache mit „Schalke hilft!“ jeweils mit einem Viertel der Einnahmen berücksichtigt. Coole Aktion...

       

Die Glückauf-Kampfbahn war das erste, eigene Stadion des FC Schalke 04. Hier wurde der Grundstein für sieben Meisterschaften gelegt und hier sah man das unvergessliche 21-Elfmeter-Halbfinale gegen den 1. FC Köln, was der Mannschaft von Ivica Horvat den Einzug ins DFB-Pokal-Finale 1972 ermöglichte. Vereine wie Arsenal London, Atletico Madrid und Dynamo Moskau gaben am Schalker Markt ihre Visitenkarte ab, aber hier erlebte der Verein mit dem Bundesligaskandal im Jahre 1971 auch die dunkelsten Stunden der Vereinsgeschichte. Erbaut im Jahre 1927 auf einem Grundstück der ehemaligen Zeche Consolidation und ursprünglich als reines Stehplatz-Stadion geplant, erhielt es fünf Wochen vor der Eröffnung doch noch 1.200 Sitzplätze. Die Stehränge bestanden zu dieser Zeit nur aus Erdwällen und waren ausgelegt für 34.000 Zuschauer. Erst 1936 erhielt die Kampfbahn ihre erste richtige Tribüne, die im Jahre 1953 nochmals erweitert wurde und heute unter Denkmalschutz steht. Mit dem Umzug ins Parkstadion endete die ruhmreiche Zeit der Glückauf-Kampfbahn und nach dem letzten Bundesligaspiel am 6. Juni 1973 gegen den HSV wurde das Stadion nur noch für Amateur- und Jugendspiele genutzt. Die Tribünen verfielen zusehends und in den Kurven wucherte das Unkraut. Und auch die Idee, in der Glückauf-Kampfbahn ein Fußballmuseum einzurichten, konnte aus Geldmangel nicht realisiert werden. Während der WM 2006 beherbergte das geschichtsträchtige Stadion dann die Public-Viewing-Veranstaltungen und bekam anschließend einen Kunstrasenplatz. Heute trägt leider nur noch der Kreisligist Teutonia Schalke seine Heimspiele in der Glückauf-Kampfbahn aus.

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