17.07.2011: Braunschweiger TSV Eintracht - TSV 1860 München - 3 : 1 (3 : 1)

Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße, Hamburger Straße 210, 38112 Braunschweig

Tore: 1:0 Kruppke (6.), 1:1 Volland (22.), 2:1 Zimmermann (35.), 3:1 Kumbela (40.)

Zuschauer: 22.167

Food: Sehr würzige Brat- und Currywurst

     

Die „Zweite“ rockt wieder! Und wie! Allein in Braunschweig sahen dabei zum Auftakt der Saison 2011/12 exakt 22.167 Zuschauer eine rassige Partie, in der ein frecher Aufsteiger aus Braunschweig den Münchener Löwen – nach dem Einstieg des jordanischen Geschäftsmanns Hasan Ismaik immerhin als Mitfavorit auf den Aufstieg gehandelt – den ersten Dämpfer der Saison verpasste, die Gäste am Ende mit 3:1 nach Hause schickte und das altehrwürdige Eintracht-Stadion in ein Tollhaus verwandelte. Den Grundstein zu diesem Sieg legte die kampfstarke Eintracht bereits im ersten Durchgang, als gegen durchaus gleichwertige Gäste ein Abwehrpatzer, ein Traumtor durch Neuzugang Zimmermann (dieser überwand den 60er Keeper Kiraly mit einem schönen Distanzschuss von der Strafraumgrenze) und ein Treffer von Kumbela, bei einem umstrittenen Gegentreffer durch Volland, für einen 3:1-Halbzeitstand sorgten. Nach dem Wiederanpfiff versäumte man es dann jedoch, den Sack frühzeitig zuzumachen, geriet nochmals unter Druck, konnte sich erst nach der Ampelkarte gegen den Münchner Buck wieder etwas befreien und rettete schließlich den Sieg über die Zeit. Zudem verschoss die Eintracht durch Kruppke in der 47. Minute auch noch einen Foulelfmeter. Insgesamt ein gelungener Auftakt, der auf eine interessante Saison hoffen lässt.

       

Das Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße wurde am 17. Juni 1923 mit einem Spiel der Braunschweiger Eintracht gegen den 1. FC Nürnberg eingeweiht und besaß zu dieser Zeit ein Fassungsvermögen von knapp 24.000 Plätzen. Im zweiten Weltkrieg von Bomben verschont, diente es nach dem Krieg zunächst als Materiallager und Sportplatz der britischen Streitkräfte, wurde dann 1950 generalüberholt, auf 30.000 Plätze erweitert und am 13. August 1950 mit einem Spiel gegen den 1. FC Kaiserlautern wiedereröffnet. Und auch danach erlebte das Stadion immer wieder Umbauten und Erweiterungen. So erhielt es im Jahre 1957 die erste Flutlichtanlage Norddeutschlands und in den ersten beiden Bundesligajahren wurde die Kapazität auf immerhin 40.000 Plätze erhöht. Das heutige Aussehen erhielt das Eintracht-Stadion dann ab 1976. Zuerst wurde die Gegengerade überdacht und zum Teil in Sitzplätze umgewandelt, 1979 wurde dann die Haupttribüne neu erbaut und sorgte dabei fast für den Bankrott des Vereins, so dass die Stadt Braunschweig einsprang und das bis dahin vereinseigene Stadion erwarb. 1995 wurden dann die heutigen Flutlichtmasten errichtet, die alte Südkurve abgerissen, mit überdachten Stehplätzen wieder aufgebaut und die Gegengerade zur reinen Sitzplatztribüne umgebaut. Zuletzt folgte dann bis Juni 2010 ein Ausbau und die Überdachung der Nordkurve, nach deren Abschluss das Stadion heute ein Fassungsvermögen von 25.540 überdachten Plätzen (davon 13.500 Sitzplätze) bietet. Doch so ganz fertig ist man immer noch nicht: Als nächstes sind eine Erweiterung und Modernisierung der Haupttribüne (inklusive neuer Fassade), die Überbauung der beiden Marathontore (und somit das Schließen des „Stadionrunds“) und die Neugestaltung des Vorplatzes geplant. Ein Grund mehr, dieses schöne Stadion mit seiner tollen Atmosphäre noch einmal zu besuchen.

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