21.05.2011: Türkiyemspor Berlin 1978 – SV Wilhelmshaven - 0 : 2 (0 : 0)

Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion, Cantianstraße 24, 10437 Berlin

Tore: 0:1 Ricketts (58.), 0:2 Gänge (82.)

Zuschauer: 65

Food: Fiel aus - obwohl die Currywurst sehr gut aussah...

     

Berlin, Berlin - wir fahren nach Berlin! Aber was macht man, wenn man schon um 9:00 Uhr in Berlin ankommt, das Olympiastadion erst ab 17:30 seine Tore öffnet und man einmal nicht an der Gedächtniskirche versacken will? Na klar – ein weiteres Spiel suchen! Und da fiel die Wahl diesmal auf ein Spiel der Regionalliga Nord, genauer gesagt die Partie des bereits abgestiegenen Teams von Türkiyemspor Berlin gegen den SV Wilhemshaven im Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion.

Hier war das Spiel allerdings nebensächlich, denn weitaus interessanter ist ein Blick auf die Saison des Berliner Clubs und natürlich auf das tolle Stadion. Der Tabellenletzte der Regionalliga Nord Türkiyemspor Berlin hat von den bisherigen 32 Begegnungen nicht eine gewonnen und von den fünf Punkten aus Remisspielen werden den Berlinern am Saisonende zudem noch drei abgezogen, weil sie im Rahmen des wirtschaftlichen Zulassungsverfahrens gegen die Bestimmungen des Deutschen Fußballbundes verstoßen haben. Denn eigentlich lief in der Saison so ziemlich alles schief: Fünf Vorsitzende und fünf Trainer versuchten vergeblich, den Verein wieder auf Kurs zu bringen. Die Rechnung ging nicht auf. Als im Oktober des vergangenen Jahres die Insolvenz drohte, verließen bis zum Beginn der Winterpause fast ein Dutzend Spieler den Verein und so ist es nicht verwunderlich, dass man bereits frühzeitig mit den Planungen für die nächste Oberligasaison beginnen konnte. Nach all den Querelen präsentierte man sich allerdings heute speziell in der ersten Hälfte recht ordentlich und hätte zur Pause durchaus führen können. Nach der Pause legten die Gäste vor knapp 70 Zuschauern (davon auch noch ein Großteil Fans der beiden Pokalfinalisten) dann aber einen Zahn zu, gingen in der 58. Minute in Führung und machten den Sack kurz vor Schluss endgültig zu.

       

Das Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion (auch als Jahnstadion oder Cantianstadion bezeichnet) ist mit seinen knapp 20.000 Sitzplätzen (15.000 davon überdacht) nach dem Olympiastadion das zweitgrößte Stadion der Hauptstadt und Teil des gleichnamigen, rund 22 Hektar großen Sportparks im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg. Bevor das heutige Gelände ab dem Ende des 19. Jahrhunderts als Sportstätte diente, wurde es vom Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiment Nr. 1 der preußischen Armee als Exerzierplatz genutzt. Nach dem Ende der militärischen Nutzung entstand zuerst ein Übungsplatz, der unter anderem bis 1904 die erste Spielstätte des Fußballvereins Hertha BSC (damals noch BFC Hertha 1892) war. Im Jahr 1912 kaufte die Stadt Berlin dann den größten Teil des Geländes und ließ es 1913 zur Spiel- und Sportanlage umbauen. 1951 erfolgte anlässlich der Weltjugendfestspiele ein erneuter Umbau, wodurch neben weiteren Spiel-, Trainings- und Wettkampfstätten auch ein Fußball- und Leichtathletikstadion mit einem Fassungsvermögen von 30.000 Zuschauern entstand. Zunächst wurde die Anlage Berliner Sportpark genannt, 1952 entschied sich der Ost-Berliner Magistrat jedoch dazu, sie zu Ehren Friedrich Ludwig Jahns, in Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark umzubenennen. Danach wurde das Stadion mehrmals erweitert und modernisiert. So wurde im Jahr 1964 eine Flutlichtanlage installiert, sechs Jahre später folgte eine Tartanbahn. Zwischen 1986 und 1987 wurde das Stadion dann komplett saniert. Dabei entstand unter anderem eine neue Haupttribüne, die Gegengerade wurde überdacht und neue Flutlichtmasten errichtet. Eine weitere Sanierung erfolgte 1998, als das Stadion auch seine heute charakteristischen bunten Schalensitze erhielt. Genutzt wurde das Stadion ab 1953 unter anderem von Vorwärts Berlin und dem BFC Dynamo Berlin. Zudem fanden zwischen 1971 und 1990 auch zehn Länderspiele der DDR-Fußballnationalmannschaft im Stadion statt. Seit der deutschen Wiedervereinigung ist das Finale des Berliner Landespokals regelmäßig zu Gast, darüber hinaus wird das Stadion von einer Vielzahl von Mannschaften als feste oder temporäre Heimspielstätte genutzt. So gab es hier immer wieder Gastspiele der Hertha, von Union Berlin, dem BFC Dynamo und seit 2008 trägt Türkiyemspor Berlin hier seine Heimspiele in der Regionalliga Nord aus, da das Katzbachstadion nicht die sicherheitstechnischen Auflagen des DFB erfüllt.

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