05.03.2011: Rot-Weiss Essen - ETB Schwarz-Weiß Essen - 3 : 0 (2 : 0)

Georg-Melches-Stadion, Hafenstraße 97a, 45356 Essen

Tore: 1:0 Brauer (25., HE), 2:0 Brauer (38., FE), 3:0 Brauer (58., HE)

Zuschauer: 12.512

Food: Lecker Bratwurst für den Papa, vorzügliche Currywurst für den Sohn...

     

Derbyzeit an der Hafenstraße! Und auch wenn es nur das kleine Derby gegen den Stadtrivalen ETB Schwarz-Weiß war, so bereute am Ende sicherlich niemand sein Kommen. Denn 3 Tore (alle drei durch Timo Brauer vom Elfmeterpunkt verwandelt), sieben mal Gelb, zwei mal Rot und unglaubliche 12.512 Zuschauer gaben diesem Spiel am Karnevalssamstag einen mehr als passenden und farbenfrohen Rahmen. Die Gäste aus dem Essener Süden kamen dabei besser in die Partie als die Hausherren, gerieten aber spätestens nach dem zweiten von Timo Brauer verwandelten Elfmeter in der 38. Minute auf die Verliererstraße. Zudem konnte der Gäste-Torhüter Tobias Ritz aufgrund der etwas harten Entscheidung des Schiedsrichters nach seiner Notbremse gegen Lemke ab der 38. Minute die Partie von der Tribüne aus betrachten. Der Vorsprung und die Überzahl brachten RWE die vorher fehlende Sicherheit und spätestens mit dem dritten Elfmeter war der Drops dann endgültig gelutscht. In einer hektischen Schlussphase sah dann auf ETB-Seite auch noch Mark Zeh nach grobem Foulspiel den roten Karton. Und da mit Germania Windeck auch noch der einzige wirkliche Verfolger in Köln unterlag, kann man an der Hafenstraße nun langsam die Ziele ein wenig nach oben korrigieren...

       

Der Sportplatz an der Hafenstraße - das heutige Georg-Melches-Stadion - ist seit 1939 die Heimat von Rot-Weiss Essen. Im Krieg fast vollständig zerstört, wurde das Stadion durch freiwillige Helfer mittels Schüppe und Hacke wieder hergestellt. 1956 erhielt es die erste Flutlichtanlage Deutschlands und die heute noch existierende Haupttribüne. Diese galt damals als eine der ersten modernen Tribünen in Europa und besaß in den 50er Jahren Vorbildcharakter für viele andere Stadien (nahezu komplett überdacht, mit Sauna und Fitnessbereich, Schwimmbad, medizinischer Abteilung etc.). 1964 wurde es dann nach Georg Melches, dem Mitgründer von Rot-Weiss Essen, benannt. Bis zur Saison 2008/09 fasste es 21.500 Zuschauer (4.000 überdachte Sitz- und 17.500 überdachte Stehplätze), die sich auf nur drei Tribünen verteilten, da die alte Westkurve – eigentlich die Heimat der Rot-Weiss-Fans - aufgrund von Baufälligkeit bereits in den 90ern abgerissen wurde. Am Samstag, den 8. August 2009 - kurz vor der anstehenden Kommunalwahl (ein Schelm, wer hier einen Zusammenhang vermutet) - gab Essens damaliger Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger dann nach jahrelangem hin und her endlich den symbolischen „Anstoß zum Neubau“ eines neuen Fußball-Stadions. Gleichzeitig starteten die Arbeiten des ersten Bauabschnitts mit dem Abbruch von Teilen der Nordtribüne, eines Flutlichtmastes und dem Rückbau der Trainingsplätze. Danach war in einem zweiten Bauabschnitt der Neubau von Haupt-, Gegen-, Gasttribüne, Funktionsgebäude und Spielfeld des neuen Stadions neben dem bestehenden Stadion geplant. Doch dazu kam es allerdings wieder einmal nicht und so ruhten die Bauaktivitäten aufgrund einer von der Bezirksregierung über die Stadt Essen verhängten Haushaltssperre. Der Spielbetrieb in der Regionalliga musste mit den verbliebenen 2,5 Tribünen auf der bestehenden maroden Anlage weitergeführt werden, die Volksseele kochte und nicht wenige vermuteten, dass sich dieser Zustand auch auf absehbare Zeit nicht mehr ändern würde. Besonders nach der Insolvenz und dem damit verbundenen Zwangsabstieg in die NRW-Liga am Ende der Saison 2009/10. Nun zeigt sich aber wieder Licht am Ende des Tunnels: Dank eines 110-Millionen-Euro-Sparpakets hat die Stadt von der Bezirksregierung Ende August 2010 wieder grünes Licht zur eigenständigen Aufnahme von Krediten bekommen und am 26. Oktober erteilte der Rat mit großer Mehrheit den endgültigen Segen – es geht los! In rund 30 Monaten Bauzeit soll nun endlich die 20.000 Zuschauer fassende Arena bis zur Saison 2012/2013 entstehen. Mit den Arbeiten an der Entwässerung ging es bereits zum Ende des letzten Jahres los, danach folgte der Bau der Zufahrt und der Startschuss für den Hochbau soll nun im April erfolgen.

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