24.02.2011: VfB Stuttgart 1893 - Benfica Lissabon - 0 : 2 (0 : 1)

Mercedes-Benz Arena, Mercedesstraße 87, 70372 Stuttgart

Tore: 0:1 Eduardo Salvio (31.), 0:2 Oscar Cardozo (78.)

Zuschauer: 25.800

Food: Heute eine klassische Bratwurst und später ein Stück Pizza - beides lecker...

       

Europa League hui, Bundesliga pfui – so präsentiert sich der VfB Stuttgart seinen Fans in der laufenden Saison. Denn während in der Bundesliga – mal diplomatisch ausgedrückt – gar nichts läuft, man nach Babbel und Keller mit Bruno „Du hast die Haare schön“ Labbadia bereits den dritten Übungsleiter engagiert hat und trotzdem noch auf dem vorletzten Platz rangiert, spielte man bisher in der Euro-League durchaus ordentlich. So konnte man sich nach einer starken ersten Hälfte und einer knappen 1:2-Niederlage im Hinspiel der Euro League Zwischenrunde in Lissabon durchaus Hoffnungen auf das Erreichen der nächsten Runde machen. Diese Hoffnung wich im Rückspiel, vor einer enttäuschend schwachen Kulisse, allerdings rasch der Ernüchterung, denn die Gäste aus Lissabon präsentierten sich an diesem Abend in fast allen Belangen überlegen und gewannen am Ende mehr als verdient mit 2:0. Für den VfB ist damit das Thema Europa für diese und mindestens auch die nächste Saison gegessen und das ganze Augenmerk muss nun dem Klassenerhalt gelten. Dafür wenden wir uns nun im nächsten Abschnitt dem wohl interessanteren Thema an diesem Abend zu – der Mercedes-Benz Arena, die sich immer mehr zu einem richtigen Fußballstadion entwickelt.

       

Die heutige Mercedes-Benz Arena hat eine durchaus bewegende Geschichte zu erzählen: 1933 als Adolf-Hitler-Kampfbahn im Stadtteil Bad Cannstatt erbaut, trug es von 1945 bis 1949 den Namen Century Stadium/Kampfbahn, von 1949 bis 1993 hieß es kurz Neckarstadion, wurde dann in Gottlieb-Daimler Stadion umbenannt und heißt nun seit März 2008 Mercedes-Benz Arena. Den letzten großen Umbau erfuhr das kombinierte Leichtathletik- und Fußballstadion zwischen 1999 und 2005. In dieser Zeit wurde der zweite Rang der Haupttribüne abgerissen und durch einen neuen Oberrang ersetzt. Zwischen beiden Rängen befinden sich heute auch 44 der inzwischen obligatorischen Logen. Vor der Haupttribüne wurden ebenfalls ein Vorgebäude mit gastronomischen Einrichtungen und ein Parkhaus errichtet. In einem weiteren Bauabschnitt erhielt das Stadion unter anderem einen Oberrang für die Gegentribüne sowie zwei neue Anzeigetafeln. Bis zur Saison 2008/09 betrug das Fassungsvermögen dann bei Bundesligaspielen 55.800, bei internationalen Spielen rund 53.000 Zuschauer. Doch seit der Sommerpause 2009 wird im „Ländle“ wieder „geschafft“: Das Spielfeld wurde um 1,30 Meter tiefer gelegt, die markante grüne Leichtathletiklaufbahn ist verschwunden, die alte Untertürkheimer Kurve wurde abgerissen und durch einen Neubau mit Oberrang direkt am Spielfeld ersetzt. Gleichzeitig erfolgte die Erweiterung der Haupttribüne um 5 neue Sitzreihen mit 1.360 und der Gegentribüne um sechs neue Reihen mit 1.560 Plätzen. In einem weiteren Bauabschnitt wird aktuell die traditionelle Heimat der treuesten VfB-Fans, die legendäre Cannstatter Kurve, neu erbaut. Sie verfügt zukünftig über knapp 8.000 Stehplätze und erhält ebenfalls einen Oberrang, der bis unter das Stadiondach reichen wird. Apropos Stadiondach – als Letztes wird die bestehende Dachkonstruktion erweitert bzw. an die neuen Tribünenverhältnisse angepasst. Dazu wird in der Mitte ein zusätzlicher Ring angebracht. Nach Abschluss der Umbauarbeiten wird die Arena dann insgesamt 60.000 Plätze (10.000 Steh- und 50.000 Sitzplätze) bieten. Kein Vergleich mit dem Zuschauerrekord für die Ewigkeit, der aus dem Jahre 1950 datiert, als im Stadion das erste deutsche Nachkriegs-Länderspiel gegen die Schweiz von rund 103.000 Zuschauern gesehen wurde.

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