19.01.2011: Offenbacher FC Kickers 1901 - 1. FC Nürnberg - 0 : 2 (0 : 1)

Kickers Stadion "Bieberer Berg", Bieberer Straße 282, 63071 Offenbach

Tore: 0:1 Simons (20.), 0:2 Simons (66.)

Zuschauer: 24.000 (ausverkauft)

Food: Schmackhafte Rindswurst im Brötchen....

     

Manchmal hat auch der Winter seine guten Seiten. Denn nur aufgrund der wetterbedingten Absage vor Weihnachten und der Neuansetzung im Januar kamen wir in den Genuss dieser Partie des DFB-Pokal Achtelfinales zwischen den Offenbacher Kickers und dem Club aus Nürnberg. Zudem sollte dies vielleicht die letzte Chance sein, um Abschied vom traditionsreichen Bieberer Berg und seiner einmaligen Atmosphäre zu nehmen, denn die Entscheidung für einen Neubau ist nun nach Jahren des Diskutierens tatsächlich gefallen. Und wer weiß, was vom alten Bieberer Berg beim nächsten Besuch noch über sein wird, aber dazu später mehr. Pünktlich am Stadion angekommen, bestand sogar noch ausreichend Zeit zur gepflegten Nahrungsaufnahme und für diverse Fotos, bevor es auf den Stehplatz ging. Dazu begann die Partie aufgrund der ausverkauften Hütte auch noch mit einer knapp 15-minütigen Verspätung...

Das Spiel – im Gegensatz zu Stadion und Atmosphäre – eher Mittelmaß. Und nur die ersten Minuten im Duell der beiden Traditionsvereine gehörten den Gastgebern, die aber vielfach zu überhastet agierten und zwei ordentliche Chancen recht fahrlässig vergaben. Danach übernahmen die Gäste die Initiative, dominierten die Partie auf dem rutschigen Boden und gingen daher auch vollkommen verdient nach 20 Minuten durch Simons mit 1:0 in Führung. Nach der Pause das gleiche Bild – Offenbach stets bemüht, aber zu überhastet – Nürnberg spielerisch reifer und auf seine Chance wartend. Eine dieser Chancen nutzen die Clubberer in der 66. Minute dann auch zur Vorentscheidung: Nach Flanke von Ekici verlängerte Hegeler per Kopf und Simons köpfte zum vorentscheidenden 2:0 ein. Der OFC gab sich zwar auch danach nicht auf, aber trotz aller Bemühungen ließen die Gäste auch in der folgenden hitzigen und umkämpften Schlussphase nichts mehr anbrennen und ziehen schließlich verdient ins Viertelfinale ein, wo man auf den FC Schalke 04 trifft. Die Kickers hingegen können sich nun ganz auf den Aufstiegskampf in der dritten Liga konzentrieren.

       

Das Stadion Bieberer Berg, schon von weitem an seiner imposanten Zwei-Masten-Flutlichtanlage zu erkennen, wurde im Jahre 1921 anstelle des ehemaligen Exerzierplatzes auf der gleichnamigen Anhöhe errichtet. Die erste Haupttribüne aus Holz fasste damals 1.200 Zuschauer. Es dauerte allerdings noch bis 1949, ehe man den Schlackeplatz gegen den ersten Rasen tauschte und der eigentliche Ausbau zum Stadion begann: Im Jahre 1952 wurde gegenüber der alten Haupttribüne eine überdachte Stehtribüne, die noch heute existierende Waldemar-Klein-Tribüne, errichtet. Die erste Flutlichtanlage mit vier Masten wurde 1956 eingeweiht und bereits 1959 wieder demontiert. 1962 wurde die alte Holzkonstruktion durch die heutige Haupttribüne ersetzt und 1968 folgte der Bau einer Stahlrohrtribüne und der heutigen Flutlichtanlage. Zuletzt wurde dann 1973 die Südosttribüne errichtet. Nach den diversen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen der letzten Jahre beträgt das aktuelle Fassungsvermögen rund 24.000 Plätze (6.500 überdachte Sitz-, 10.000 überdachte Steh-, sowie 7.500 unüberdachte Stehplätze).

Und nachdem man lange Zeit Pläne für einen Teilumbau des Bieberer Bergs mit dem Bau eines Business-Hotels mit 159 Zimmern (60 Zimmer davon mit direktem Blick ins Stadion) und einer neuen Sitztribüne mit 1.800 Plätzen diskutiert hatte, ist jetzt die Entscheidung für einen kompletten Neubau gefallen, der bereits am 12. Januar 2011 der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Das neue Sparda-Bank-Hessen-Stadion wird dabei in der ersten Ausbaustufe eine Kapazität von 20.500 Plätzen besitzen, die sich auf vier Tribünen verteilt. Die Ecken bleiben offen, die OFC-Fans behalten ihre angestammten Stehplätze auf der „Waldemar-Klein-Tribüne“, mindestens einer der beiden Flutlichtmasten, die legendären Block-Schilder, die Comicwand unter der Osttribüne und viele andere Memorabilien des alten Stadions sollen in den Neubau integriert werden. Zudem soll das neue Stadion bereits in der Sommerpause 2012 fertiggestellt sein, so dass bereits im Februar mit dem Abriss der Haupttribüne begonnen werden soll. Da wird sicherlich der Besuch der „Baustelle“ in der nächsten Zeit des Öfteren auf dem Programm stehen...

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