07.11.2010: Rot-Weiss Essen - VfB Speldorf - 1 : 1 (0 : 0)

Georg-Melches-Stadion, Hafenstraße 97a, 45356 Essen

Tore: 0:1 Pütters (47.), 1:1 Brauer (90., Foulelfmeter)

Zuschauer: 6.880

Food: Natürlich die altbekannte Bratwurst – auch heute wieder richtig lecker.

       

Rot-Weiss Essen bleibt in der NRW-Liga zuhause weiter ungeschlagen. Am 13. Spieltag kam das Team von Trainer Waldemar Wrobel gegen den Angstgegner VfB Speldorf zwar eher glücklich zu einem 1:1-Unentschieden, verteidigt aber aufgrund der besseren Tordifferenz den Platz an der Sonne gegenüber Germania Windeck. In einem über weite Strecken zerfahrenen und von Fehlpässen geprägten Match gingen die Gäste aus Mülheim kurz nach der Pause durch Pütters in Führung, RWE-Kapitän Timo Brauer glich jedoch per Foulelfmeter kurz vor dem Ende aus.

Der Sportplatz an der Hafenstraße - das heutige Georg-Melches-Stadion - ist seit 1939 die Heimat von Rot-Weiss-Essen. Im Krieg fast vollständig zerstört, wurde das Stadion durch freiwillige Helfer mittels Schüppe und Hacke wieder hergestellt. 1956 erhielt es die erste Flutlichtanlage Deutschlands und die heute noch existierende Haupttribüne. Diese galt damals als eine der ersten modernen Tribünen in Europa und besaß in den 50er Jahren Vorbildcharakter für viele andere Stadien (nahezu komplett überdacht, mit Sauna und Fitnessbereich, Schwimmbad, medizinischer Abteilung etc.). 1964 wurde es dann nach Georg Melches, dem Mitgründer von Rot-Weiss Essen, benannt. Bis zur Saison 2008/09 fasste es 21.500 Zuschauer (4.000 überdachte Sitz- und 17.500 überdachte Stehplätze), die sich auf nur drei Tribünen verteilten, da die alte Westkurve – eigentlich die Heimat der Rot-Weiss-Fans - aufgrund von Baufälligkeit bereits in den 90ern abgerissen wurde. Am Samstag, den 8. August 2009 - kurz vor der anstehenden Kommunalwahl (ein Schelm, wer hier einen Zusammenhang vermutet) - gab Essens damaliger Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger dann nach jahrelangem hin und her endlich den symbolischen „Anstoß zum Neubau“ eines neuen Fußball-Stadions. Gleichzeitig starteten die Arbeiten des ersten Bauabschnitts mit dem Abbruch von Teilen der Nordtribüne, eines Flutlichtmastes und dem Rückbau der Trainingsplätze. Danach war in einem zweiten Bauabschnitt der Neubau von Haupt-, Gegen-, Gasttribüne, Funktionsgebäude und Spielfeld des neuen Stadions neben dem bestehenden Stadion geplant. Doch dazu kam es allerdings wieder einmal nicht und so ruhten die Bauaktivitäten aufgrund einer von der Bezirksregierung über die Stadt Essen verhängten Haushaltssperre. Der Spielbetrieb in der Regionalliga musste mit den verbliebenen 2,5 Tribünen auf der bestehenden maroden Anlage weitergeführt werden, die Volksseele kochte und nicht wenige vermuteten, dass sich dieser Zustand auch auf absehbare Zeit nicht mehr ändern würde. Besonders nach der Insolvenz und dem damit verbundenen Zwangsabstieg in die NRW-Liga am Ende der Saison 2009/10. Nun zeigt sich aber wieder Licht am Ende des Tunnels: Dank eines 110-Millionen-Euro-Sparpakets hat die Stadt von der Bezirksregierung Ende August 2010 wieder grünes Licht zur eigenständigen Aufnahme von Krediten bekommen und am 26. Oktober erteilte der Rat mit großer Mehrheit den endgültigen Segen – es geht los! In rund 30 Monaten Bauzeit soll nun endlich die 20.000 Zuschauer fassende Arena bis zur Saison 2012/2013 entstehen. Und aufgrund der bereits erfolgten Maßnahmen auf dem Gelände könnten noch in diesem Jahr die Arbeiten an der Entwässerung abgeschlossen werden und der Hochbau im Frühjahr 2011 beginnen.

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