12.05.2010: Atletico Madrid - Fulham FC - 2 : 1 (1 : 1, 1 : 1) n.V.

HSH Nordbank Arena, Sylvesterallee 7, 22525 Hamburg

Tore: 1:0 Forlan (32.), 1:1 Davies (37.), 2:1 Forlan (116.)

Zuschauer: 49.000 (ausverkauft)

Food: Bei der riesigen Auswahl an Verpflegungsständen kann man in Hamburg mit Fug und Recht von einer Fressmeile sprechen. Denn hier gibt es neben den typischen Fischbrötchen auch Dönertaschen, Hot Dogs, Bratwürstchen, Crêpes, Pommes Frites, Brezeln, Laugenstangen und sogar einen Stand mit Süßigkeiten für den Nachwuchs. Alles schön getrennt, um lange Schlangen zu vermeiden - vorbildlich. Wie schon im Halbfinale fiel die Entscheidung zu Gunsten des Döners...

     

Nach dem Einzug der Cottagers ins Finale der Europa League war schnell klar, dass das erste Finale seit Wembley 1975 nicht ohne uns stattfinden würde. Allerdings gestaltete sich die Organisation der Karten weit beschwerlicher als erwartet. Denn die Hoffnung als Mitglied des FFC auch Tickets auf dem regulären Weg zu bekommen, war aufgrund der großen Nachfrage schnell verflogen und die Beschaffung erfolgte dementsprechend auf dem „freien“ Markt. Ein Glück hierbei war sicherlich, dass sich nicht wenige Hamburger in der Hoffnung auf eine Finalteilnahme ihres Teams vorzeitig mit Karten eingedeckt hatten, ein Teil davon vor dem Finale wieder auf den Markt kam und die Preise nicht ins Utopische steigen ließ. So gelang es uns dann die benötigten drei Karten aufzutreiben und unter den „Decknamen“ Kanaan Bakhash, Vanesa Gonzales Morales und Sven Gromer ging es dann am Mittag mit dem Auto Richtung Hamburg.

In der ausverkauften, aber nicht ganz gefüllten Arena begann der Abend mit einem recht ordentlichen Rahmenprogramm (was sollten eigentlich die beiden Uschen auf den Rollies symbolisieren?), dem Song „I Gotta Feeling“ für die rund 15.000 Anhänger der Whites und den inzwischen obligatorischen, abwechselnden Ansagen der Spieler beider Teams. Und spätestens mit dem Einlaufen der beiden Teams war die Gänsehaut voll da. Leider begann das Spiel dagegen eher verhalten: Madrid hatte gerade in der ersten Halbzeit mehr vom Spiel, die „Whites“ zogen sich weit zurück und lauerten mit Bobby Zamora als einziger Spitze auf Konter. Erst nach dem mehr als verdienten Führungstreffer durch Forlan, der zehn Meter vor dem Tor aus leicht abseitsverdächtiger Position abgebrüht zum 1:0 einschob (32.), wurde das Spiel offener und noch vor der Pause erzielte Davies (37.) den etwas überraschenden Ausgleich. Nach dem Wechsel sahen die Zuschauer eine ausgeglichene Partie mit Chancen auf beiden Seiten, die jedoch mit zunehmender Spieldauer erneut verflachte und daher fast zwangsläufig in die Verlängerung ging. Und auch hier eigentlich keine große Änderung. Dass die Entscheidung trotzdem noch vor dem Elfmeterschießen fiel, war letztlich dem überragenden Forlan zu verdanken. Vier Minuten vor dem Ende der Verlängerung flankte Aguero von links an den Fünfmeterraum, Forlan war den so genannten Tacken schneller am Ball als die gesamte FFC-Abwehr, Hangeland fälschte noch leicht ab und das Leder überquerte zum alles entscheidenden 2:1 die Linie (116.). Aus der Traum vom ersten Titel nach 131 Jahren Vereinsgeschichte, aber Tradition braucht ja bekanntlich keine Titel...

       

Die HSH Nordbank Arena - von Ihrer Eröffnung am 30. Juni 2001 bis ins Jahr 2007 AOL Arena genannt - wurde bei laufendem Spielbetrieb anstelle des ehemaligen Volksparkstadions errichtet. Dieses galt bis zum Umbau, der im Juni 1998 begann, unter Fußball-Fans als eines der unbeliebtesten Stadien Deutschlands, weil in seinem weiten Rund kaum Stimmung aufkam und man sich nicht selten auf den ungeschützten Gäste-Stehplätzen den Tod holte. Und da spreche ich aus Erfahrung… Der Neubau wurde gegenüber der alten Spielstätte um 90 Grad gedreht, wobei nicht nur die berühmt-berüchtigte Westkurve - bis dahin Heimat der HSV-Fans - verschwand, sondern auch die Kapazität von 61.418 (28.618 Sitz- und 32.800 Stehplätze) auf 57.000 (47.000 Sitz- und 10.000 Stehplätze) sank. Für internationale Spiele, bei denen eine reine Sitzplatzbestuhlung vorgeschrieben ist, verringert sich die Kapazität der Arena nochmals auf etwa 51.750 Plätze. Aktuelle Pläne, das Fassungsvermögen bis zum Start der Bundesliga-Saison 2010/2011 auf mehr als 61.000 Plätze zu erweitern und den Hospitality-Bereich zu vergrößern, wurden aufgrund der derzeitigen Wirtschaftskrise vorerst verschoben. Aber auch so präsentiert sich das von der UEFA mit fünf Sternen ausgezeichnete Stadion mit seiner imposanten Dachkonstruktion, den steilen Oberrängen, 50 Logen, 3.400 Business Sitzen, den zwei Videowänden und dem integrierten HSV-Museum als absolutes Schmuckkästchen. Und die Vergabe des UEFA Euro League Finales 2010 nach Hamburg ist daher sicherlich auch kein Zufall. Ab dem 1. Juli 2010 ändert sich übrigens der Name erneut: Die HSH Nordbank wird aufgrund der Finanzkrise die Namensrechte, die ursprünglich bis 2013 vertraglich vereinbart waren, vorzeitig abgeben. Nach dem Ausstieg des Geldhauses wird das Unternehmen Imtech ab Sommer 2010 für sechs Jahre neuer Namensgeber des WM-Stadions von 2006.

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