08.05.2010: VfL Bochum 1848 – Hannoverscher SV 1896 - 0 : 3 (0 : 3)

rewirpowerSTADION Bochum, Castroper Straße 145, 44791 Bochum

Tore: 0:1 Bruggink (9.), 0:2 Hanke (23.), 0:3 Pinto (45.)

Zuschauer: 30.748 (ausverkauft)

Food: Die gute alte Bochumer Stadion-Bratwurst - heute mal wieder geschnitten und in lecker Currysauce verpackt. Im Gegensatz zum VfL auch in der kommenden Saison erstklassig.

       

Stirb langsam gehörte schon immer zu meinen Lieblingsfilmen. Und auch die Bundesliga hat inzwischen ihre re-loaded Version - in der Hauptrolle der VfL Bochum. Denn nach 12 Spielen ohne Sieg und mit nur einem einzigen Punkt steigen die einst „Unabsteigbaren“ nun schon bereits zum 6. Mal aus der ersten Bundesliga ab. Nur die Clubs aus Nürnberg und Bielefeld haben die Hauptrolle in diesem Klassiker schon öfter gespielt – nämlich sieben mal. Aber - wie im Film - alles der Reihe nach.

Trotz der erwähnten Serie von sieglosen Spielen keimte in Bochum nach dem erneuten Trainerwechsel von Heiko Herrlich zu Dariusz Wosz - nach Koller, Heinemann und Herrlich immerhin schon der vierte VfL-Coach in dieser Spielzeit – tatsächlich noch einmal Hoffnung auf. Und das noch nicht mal zu Unrecht, denn mit einem Sieg gegen die ebenfalls noch nicht geretteten Hannoveraner am letzten Spieltag der Saison hätte man sogar noch aus eigener Kraft den Relegationsplatz erreichen können. Und theoretisch – bei einem gleichzeitigen Sieg des 1. FC Köln in Nürnberg – wäre sogar noch der rettende Platz 15 drin gewesen. Und so ging es vor ausverkaufter Hütte für beide Teams heute um alles. Wer allerdings dachte, er würde einen richtigen Abstiegsknaller mit viel Kampf, packenden Szenen und Spannung bis zum Schluß erleben, der sah sich schnell eines Besseren belehrt. Denn die verunsicherten und erschreckend schwachen Angestellten des VfL Bochum interpretierten die Zielsetzung deutlich anders als ihre Kollegen aus Hannover und ließen bereits in der ersten Hälfte alle Hoffnungen des Bochumer Anhangs auf ein Wunder verpuffen. Direkt mit dem ersten richtigen Angriff gingen die Gäste aus Niedersachsen durch Arnold Bruggink (9.) in Führung und bauten diese noch vor der Pause durch Tore von Mike Hanke (23.) und Sergio Pinto (45.) auf 3:0 aus. Somit war die Partie zum Seitenwechsel entschieden, die zweite Hälfte wurde von den rund 10.000 mitgereisten Fans aus Hannover mit Feiern verbracht und nur die dritte Halbzeit fand wieder unter Bochumer Beteiligung statt, als diverse Unverbesserliche am liebsten die eigene Mannschaft gelyncht hätten…

       

Bereits 1921 errichteten Mitglieder des damaligen TuS Bochum 1848 an der Castroper Straße eine erste Fußballanlage, die mit einem Spiel des TuS gegen den Düsseldorfer SC 1899 eröffnet wurde. Wie viele andere Sportanlagen im Revier fiel aber auch diese den Zerstörungen des zweiten Weltkrieges zum Opfer und so wurde der bis dahin schlichte Fußballplatz ab 1945 als Fußball- und Leichtathletikstadion mit einer Sitzplatztribüne wieder aufgebaut. In den folgenden 34 Jahren erlebten Aktive und Fans im Stadion an der Castroper Straße den sportlichen Aufstieg des 1938 gegründeten VfL Bochum bis in die 1. Bundesliga. Mit dem Aufstieg wurde aber auch der Ruf laut, das inzwischen veraltete Stadion zu modernisieren. Und so entstand dann zwischen März 1976 und Juli 1979 das Bochumer „Ruhrstadion“ in seiner heutigen Form, eingeweiht am 21. Juli 1979 mit einem Spiel des VfL Bochum gegen die SG Wattenscheid 09. Aktuell verfügt es nur noch über 30.748 überdachte Plätze (14.489 Steh- und 16.259 Sitzplätze), obwohl die ursprüngliche Kapazität des Stadions sogar einmal 49.522 Zuschauerplätze betrug. Allerdings verringerte sich die Kapazität durch zahlreiche Umbauten in den letzten Jahren mehr und mehr - zuletzt mußte der Stehplatzbereich H2 dem "Bobbis Familienblock" weichen... Seit Beginn der Saison 06/07 trägt das ehemalige Ruhrstadion übrigens den Namen rewirpowerSTADION. Wie in vielen anderen Fällen, wird auch diese Umbenennung von der Fanszene heftig kritisiert. Die letzte große Baumaßnahme war die Errichtung des sechsgeschossigen Stadioncenters 2003. Diese recht gelungene Konstruktion bietet neben Räumen für Personal, Mannschaft und medizinische Versorgung auch Platz für etwa 600 VIPs. Auf die "normalen" Fans warten im Erdgeschoss Gastronomie, Ticket-Service und der offizielle VfL-Fanshop.

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