02.05.2010: Sportfreunde Katernberg 1913 - DJK Katernberg 19 - 0 : 0

Stadion Lindenbruch, Gelsenkirchener Straße 308, 45327 Essen

Tore: Fehlanzeige

Zuschauer: 300

Food: Nach Currywurst & Pommes im SFCV-Clubheim gab es hier noch den passenden
Nachtisch in Form von Pfirsich-Maracuja-Creme-Torte....

       

Heute ging es mal wieder zu einem der traditionsreichsten Stadien im Revier - dem Stadion Lindenbruch in Essen-Katernberg. Hier erlebten früher die Zuschauer - zum Teil mehr als 20.000 - die Spiele der Sportfreunde in der damaligen Oberliga West, den Beginn der Karriere vom „Boss“ Helmut Rahn, aber leider auch später den tiefen Fall aus der höchsten Spielklasse bis in die Niederungen der Kreisklasse. Zur Saison 2009/10 gelang den Sportfreunden aber zumindest wieder der Aufstieg in die Bezirksliga. Kurioserweise zusammen mit dem Lokalrivalen Katernberg 19, gegen den es heute auch im Derby ging. Allerdings mit relativ geringer Brisanz, da beide Teams bereits vier Spieltage vor dem Saisonende mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben.

Aber auch so bot dieses Lokalduell den knapp 300 Zuschauern so einiges: Bereits die Anfangsphase verlief relativ hektisch und spätestens ab der 17. Minute - da zeigte der schwache Schiedsrichter dem 19er Kevin Halberkamp zuerst wegen einer angeblichen Schwalbe die gelbe und kurz danach wegen Meckerns die gelb-rote Karte - war dann richtig Dampf auf dem Kessel (speziell an den beiden Trainerbänken). Das was allerdings gerade in der ersten Hälfte fehlte, waren Torchancen. Diese gab es dann jedoch nach dem Seitenwechsel, nun aber hauptsächlich für die dezimierten Gäste, die letztlich mehr als verdient einen Punkt vom Lindenbruch mitnahmen.

       

Heute präsentiert sich das bereits 1931 mit Unterstützung der - als Weltkulturerbe bekannten - Zeche Zollverein erbaute Stadion Lindenbruch in einem durchaus gepflegten Zustand. Zwar bröckelt der Beton an vielen Ecken, die alten Ränge auf drei Seiten des Platzes mit ihren bergbaubedingten Wellen und dem üblichen Unkraut sind aber immer noch vorhanden. Und auch das Haus mit dem ehemaligen Vereinsheim im Eingangsbereich, oft auf alten Bildern zu sehen, ist immer noch da (leider heute aber leerstehend). Nur der ehemalige „Helmut-Rahn-Zaun“ (siehe unten) musste inzwischen einem neuen Metallzaun weichen. Vom ehemaligen Fassungsvermögen von knapp 20.000 Plätzen sind heute noch knapp 5.000 Plätze übrig geblieben. Und wenn ich mich recht erinnere, liegt der letzte große Zuschaueransturm inzwischen auch schon mehr als zehn Jahre zurück, als die Sportfreunde im Verbandspokal 1997/98 auf den großen Nachbarn von der Hafenstrasse trafen und vor über 1.000 Zuschauern erst in der Nachspielzeit unglücklich mit 1:2 verloren.

Zum Thema „Helmut-Rahn-Zaun“ findet sich im Ruhr-Guide (www.ruhr-guide.de) übrigens folgender Absatz, der auch treffend die damaligen Verhältnisse beschreibt: Der "Boss" Helmut Rahn, späterer Siegtorschütze beim WM-Endspiel 1954 gegen Ungarn, war bereits ein Jahr zuvor zum Lokalrivalen Rot-Weiss Essen gewechselt. Für seine Ablösesumme errichtete der Verein einen Zaun entlang des Sportplatzes am Lindenbruch. Dort führte ein Bahngleis entlang, auf dem während der Spiele Züge stehen blieben, damit die Menschen die Partien verfolgen konnten, ohne Eintritt zu zahlen. Durch den "Helmut-Rahn-Zaun" war das nicht mehr möglich.

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