10.03.2010: Rot-Weiss Essen - Bonner SC 01/04 - 1 : 1 (0 : 0)

Georg-Melches-Stadion, Hafenstraße 97a, 45356 Essen

Tore: 1:0 Wunderlich (80.), 1:1 Aydogmus (87.)

Zuschauer: 5.294

Food: Bratwurst – geschmacklich gut wie immer, aber diesmal nicht ganz durch…

       

Trotz ordentlichem Beginn musste sich die Elf von Rot-Weiss Essen an diesem Abend gegen ein überraschend kompaktes und kämpferisch starkes Team aus Bonn mit nur einem Punkt begnügen. Vor rund fünftausend Zuschauern verloren die Rot-Weissen dabei mit zunehmender Spieldauer den Faden und ließen sich von den Gästen mehr und mehr in die eigene Hälfte drängen - ohne allerdings wirklich in Bedrängnis zu geraten. Als sich viele der Zuschauer seelisch schon auf ein Remis eingestellt hatten, fiel dann jedoch wie aus dem Nichts das 1:0 für RWE: Nach einem eigentlich harmlosen Freistoß von Mike Wunderlich gab wohl ein Bonner Spieler dem Ball eine noch entscheidende Richtungsänderung und die Kugel zappelte auf einmal im Netz der Gäste. Und plötzlich sah es so aus, als ob doch alles gut würde und die kleine Serie (drei Zu-Null-Siege in Folge) der Essener weitergehen könnte. Aber die Gäste gaben sich nicht geschlagen und kamen durch den zuvor eingewechselten Ercan Aydogmus in der 87. Minute nach einer Unachtsamkeit in der RWE-Deckung noch zum verdienten Ausgleich.

       

Der Sportplatz an der Hafenstraße - das heutige Georg-Melches-Stadion - ist seit 1939 die Heimat von Rot-Weiss-Essen. Im Krieg fast vollständig zerstört, wurde das Stadion durch freiwillige Helfer mittels Schüppe und Hacke wieder hergestellt. 1956 erhielt es die erste Flutlichtanlage Deutschlands und die heute noch existierende Haupttribüne. Diese galt damals als eine der ersten modernen Tribünen in Europa und besaß in den 50er Jahren Vorbildcharakter für viele andere Stadien (nahezu komplett überdacht, mit Sauna und Fitnessbereich, Schwimmbad, medizinischer Abteilung etc.). 1964 wurde es dann nach Georg Melches, dem Mitgründer von Rot-Weiss Essen, benannt. Bis zur Saison 2008/09 fasste es 21.500 Zuschauer (4.000 überdachte Sitz- und 17.500 überdachte Stehplätze), die sich auf nur drei Tribünen verteilten, da die alte Westkurve – eigentlich die Heimat der Rot-Weiss-Fans - aufgrund von Baufälligkeit bereits in den 90ern abgerissen wurde. Am Samstag, den 8. August 2009 - kurz vor der anstehenden Kommunalwahl (ein Schelm, wer hier einen Zusammenhang vermutet) - gab Essens Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger dann nach jahrelangem hin und her endlich den symbolischen „Anstoß zum Neubau“ eines neuen Fußball-Stadions. Gleichzeitig starteten die Arbeiten des ersten Bauabschnitts mit dem Abbruch von Teilen der Nordtribüne, eines Flutlichtmastes und dem Rückbau der Trainingsplätze. Danach war in einem zweiten Bauabschnitt der Neubau von Haupt-, Gegen-, Gasttribüne, Funktionsgebäude und Spielfeld des neuen Stadions neben dem bestehenden Stadion geplant. Doch dazu kam es allerdings wieder einmal nicht und so ruhen nun die Bauaktivitäten aufgrund der über die Stadt Essen von der Bezirksregierung verhängten Haushaltssperre. Und der Spielbetrieb in der Regionalliga muss mit den verbliebenen 2,5 Tribünen auf der bestehenden maroden Anlage weitergeführt werden. So kocht die Volksseele erneut – sicherlich zu Recht – und nicht wenige vermuten, dass sich an dem aktuellen Zustand auch auf absehbare Zeit nichts mehr ändern wird. Keine guten Aussichten für einen Verein, der vom Potential eigentlich mindestens in die zweite Liga gehört....

 Zurück