16.01.2010: K.Sint Truidense VV - Sporting Lokeren Oost-Vlaanderen - 2 : 1 (1 : 1)

„Stayen“, Tiensesteenweg 223, 3800 Sint-Truiden (BE)

Tore: 1:0 Sidibé Ibrahim (17.), 1:1 Gueye Ibrahima (40.), 2:1 Sidibé Ibrahim (83.)

Zuschauer: 7.015

Food: Mexican Burger mit Sauce Andalouse und gebratenen Zwiebeln - jam jam....

     

Neues Jahr - alte Probleme: Jede Hoffnung, die diesmal zum Glück recht kurze Winterpause in der Fußball-Bundesliga mit einigen Spielen in Belgien überbrücken zu können, wurde durch den heftigen Wintereinbruch schon früh zunichte gemacht und die Spiele der Jupiler Pro-League sowie der Tweeden Klasse in den ersten zwei Wochen des neuen Jahres komplett abgesagt. Aber heute ging es dann endlich weiter und wir entschieden uns für das Samstagabend-Match in Sint-Truiden, bei dem der aktuelle Tabellensechste den Vierzehnten aus Lokeren empfing.

Auf dem Platz, der erst im Laufe der Woche durch viele fleissige Helfer von der weissen Pracht befreit wurde (übersetzt: „sneeuwvrij maken van de grasmat“) und danach auch noch den ganzen Tag ordentlich Regen abbekam, entwickelte sich trotzdem eine durchaus interessante Partie, in der die Gäste aus Lokeren in der ersten Hälfte mehr vom Spiel hatten, man aber trotzdem nur mit einem 1:1-Halbzeitstand in die Pause ging. Und das äußerst kurios, denn dem Führungstreffer für Sint Truidense war ein klares Handspiel des Torschützen Ibrahim voraus gegangen, welches aber vom Schiedsrichter und seinem Assistenten geflissentlich übersehen wurde - zum Unmut der Spieler aus Lokeren, die sich auch prompt dafür zwei gelbe Karten einhandelten. Gerechterweise gelang den Gästen allerdings noch vor der Pause der verdiente Ausgleich. Unter noch schlechteren Bedingungen ging es in der zweiten Hälfte weiter, das Niveau wurde allerdings eher schlechter und als die meisten Zuschauer bereits mit einem Remis rechneten, schoss erneut der "Übeltäter" aus der ersten Hälfte den mehr als glücklichen Siegtreffer für das Heimteam.

       

Die Heimat der Koninklijke Sint Truidense Voetbalvereniging ist bereits seit 1927 das „Stayen“ oder „Staaien“. Erbaut auf dem Gelände der Zuckerfabrik Mellaerts wurde es im 2. Weltkrieg bei einem Luftangriff vollständig zerstört, nach Kriegsende bis 1949 aber wieder aufgebaut und trug fortan bis zum Jahre 2009 den Namen „Gemeentelijk Stadion Staaien“. Aktuell bietet es auf vier recht unterschiedlichen Tribünen insgesamt 11.446 Plätze (Quelle: Stadionplan). Besonders imposant und eine absolute Neuerung in der belgischen Stadionlandschaft ist dabei die erst im Jahre 2009 fertig gestellte neue Nordtribüne, die neben 1.856 VIP-Plätzen auch ein Hotel mit 55 Zimmern, ein Parkhaus, ein Cafe und den Fanshop des auch als „Kanaries“ bezeichneten Teams beherbergt. Ebenfalls relativ neu - genau genommen aus dem Jahre 2003 - ist die Osttribüne mit Ihren aktuell 5.030 überdachten Sitzplätzen. Dieser gegenüber befindet sich die alte Haupttribüne mit 1.600 Sitzplätzen, die in einem weiteren Bauabschnitt ebenfalls einem Neubau (im Stil der neuen Nordtribüne) mit insgesamt 2.752 Plätzen weichen soll. Und auch die derzeitige Südtribüne - ein kleiner doppelstöckiger Bau mit Stehplätzen im Unter- und Sitzplätzen im Oberrang, den sich Heim- und Gästefans teilen - soll nach den Plänen des Vereins irgendwann einem Neubau weichen. Hier ist aber wohl noch offen, wie man das Problem mit der direkt hinter der alten Tribüne verlaufenden Bahntrasse löst. Eine kleine Anzeigetafel findet sich in einer der Ecken ebenfalls, verschwunden sind dafür leider inzwischen zwei der vier in der Saison 1981-’82 errichteten Flutlichtmasten - diese mussten dem Neubau der Nordtribüne weichen. Alles in allem ein richtig tolles und stimmungsvolles Stadion, das den Namen „de Hel van Stayen“ nicht zu Unrecht trägt…

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