08.08.2009:   1. FC Nürnberg - FC Schalke 04 - 1 : 2 (0 : 1)

easyCredit-Stadion (eh. Frankenstadion), Valznerweiherstraße 200, 90480 Nürnberg

Tore: 0:1 Kuranyi (37.), 0:2 Kuranyi (50.), 1:2 Mintal (88.)

Zuschauer: 46.780 (ausverkauft)

Food: Wurst und Pommes auf dem Fan-Fest - unterirdisch...

         

"Wir waren nur mal kurz weg" - nach nur einem Jahr im Unterhaus der Bundesliga ist der 1. FC Nürnberg wieder da. Und wie es der Zufall so will, hieß der Gegner am ersten Spieltag der Saison 2009/10 direkt wieder FC Gelsenkirchen Schalke 04. Der Club, gegen den man auch das letzte Bundesligaspiel vor etwas mehr als einem Jahr absolvierte und zu dem seit mehreren Jahrzehnten eine innige Fan-Freundschaft besteht. Und so ging es an diesem Samstag Morgen zu unchristlicher Zeit mit dem Sonderzug des SFCV Richtung Frankenland.

       

       

Durch einen glücklichen 2:1-Sieg beim Club gelang dem FC Schalke 04 ein zwar noch recht holpriger, aber dennoch erfolgreicher Start in die neue Saison. Im seit Wochen ausverkauften ehemaligen Frankenstadion entwickelte sich dabei eine durchaus interessante Partie, in der die Gastgeber speziell in der Mitte der ersten Halbzeit und zum Ende der Partie sogar die überlegene Mannschaft waren. Den Unterschied machte an diesem Nachmittag aber ein Mann aus, den viele Anhänger der Knappen gerne in der Sommerpause in die Wüste geschickt hätten: Kevin Kuranyi nämlich war es, der mit einem Doppelpack fast im Alleingang für die ersten drei Punkte unter Felix Magath sorgte. Zwar gelang dem Club durch Mintal kurz vor Schluss noch der Anschlusstreffer, die Königsblauen brachten das Ergebnis aber mit Glück über die Runden und bleiben somit auch im zehnten Jahr gegen den Club ungeschlagen.

     

Das heutige easyCredit-Stadion kann auf eine mehr als interessante Geschichte zurückblicken: In nur drei Jahren Bauzeit entstand das "Städtische Stadion" nach einem Entwurf des Architekten Otto Ernst Schweizer bis 1928 als Teil eines neu konzipierten Sport- und Freizeitparks südlich des Dutzendteichs. Das damalige Fassungsvermögen betrug bei der Eröffnung 50.000 Zuschauer. Während der NS-Reichsparteitage Schauplatz des Tages der Hitlerjugend und nach 1945 zunächst durch die US-Armee als Sportarena genutzt, ist es seit 1962 die Heimat des 1. FC Nürnberg und Austragungsort für Bundesligaspiele. Das Stadion erhielt in diesem Zusammenhang eine Flutlichtanlage und die Kapazität stieg durch zusätzliche Stahlrohrtribünen auf 56.500 Zuschauer. Ab 1987 folgte dann eine Generalsanierung und Renovierung. Ursprünglich war dabei eine Erhaltung der von 1928 stammenden Sitztribüne geplant, diese stürzte jedoch während der Bauarbeiten ein. So wurden nur die verbliebenen Teile der alten Tribüne - die Fassade im Bauhaus Stil und die markanten Seitenwände - in den Neubau integriert und erklären heute die beiden Lücken, die sich links und rechts der Haupttribüne auftun. Alle anderen Tribünen des Stadions wurden unter Beibehaltung der charakteristischen 8-eckigen Form der Arena beibehalten. Das nun 53.000 Zuschauer fassende Stadion erhielt zugleich den Namen "Frankenstadion". Die letzten Umbaumaßnahmen erfolgten dann von 2002 bis 2005, um das Stadion für die FIFA WM 2006 herzurichten. Seitdem sind z.B. alle Schalensitze in rot gehalten und das Fassungsvermögen bei Ligaspielen beträgt nun 46.780 Plätze (38.980 Sitz- und 7.800 Stehplätze). Der 1. FC Nürnberg hat übrigens als erster Verein in der Bundesliga die Zuschauerblöcke im Stadion nach verdienten Spielern benannt. Große Infotafeln weisen in allen 35 Blöcken auf ihre berühmten Namensgeber hin. So trägt nun beispielsweise der Block 8 den Namen des großen "Max Morlock", der 1954 mit Deutschland Weltmeister wurde und mit dem FCN zwei Meistertitel holte.

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