24.05.2009:   TSV Alemannia Aachen - FC Augsburg - 4 : 0 (3 : 0)

Tivoli, Krefelder Straße 187, 52070 Aachen

Tore: 1:0 Matthias Lehmann (11.), 2:0 Seyi Olajengbesi (41.), 3:0 Manuel Junglas (44.),
4:0 Benjamin Auer (56.)

Zuschauer: 21.300 (ausverkauft)

Food: Fiel bei der Hitze aus - Wasser war angesagt...

     

Nach 101 Jahren und 2.200 Spielen mit über 16 Millionen Zuschauern verabschiedet sich mit dem Aachener Tivoli ein weiteres - wenn nicht gar das traditionsreichste - Stadion des deutschen Fußballs. Grund genug sich ebenfalls auf den Weg nach Aachen zu machen und beim letzten Meisterschaftsspiel Abschied zu nehmen.

       

An einem emotionalen Nachmittag mit hochsommerlichen Temperaturen sahen die Zuschauer eine mehr als einseitige Partie, in der sich die Alemannia souverän mit 4:0 gegen einen speziell in der Offensive harmlosen FC Augsburg durchsetzte. Spätestens nach dem Doppelschlag unmittelbar vor der Pause war das Spiel entschieden und die Fans nutzen die verbleibende Zeit um Kapitän Lehmann und langjährigen Torhüter Straub (beide verlassen den Verein), sich selbst und den Abschied vom Tivoli zu feiern. Die Alemannia beendet durch diesen Sieg eine ordentliche Saison auf Platz 4, Augsburg landet nach einer enttäuschenden Saison auf dem 11. Rang.

       

Seit 1908 Spielstätte der Alemannia wurde der damalige Platz Neu-Tivoli 1928 zum Stadion mit rund 10.000 Plätzen ausgebaut und trug fortan nur noch den Namen Tivoli. Mitte der Fünfziger Jahre wurde die Kapazität dann durch den Bau von weiteren Stehrängen und einer überdachten Sitztribüne auf eine Kapazität von 35.000 Zuschauern erweitert. 1980 erfolgte die Überdachung der Stehplätze auf der Gegengeraden und 1999 - mit der Rückkehr der Alemannia in die zweite Bundesliga - musste das in den 50er Jahren modernste deutsche Stadion umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen über sich ergehen lassen. Dazu gehörten ein neuer Rasen mit Rasenheizung, neue Schalen auf der Sitztribüne, Blocktrennungen auf den Stehplätzen und zuletzt eine Videowand. Doch all diese Verbesserungen konnten nicht darüber wegtäuschen, dass der in die Jahre gekommene Tivoli den Anforderungen an ein modernes Stadion mit einer Kapazität von 21.300 Plätzen (3.700 Sitz- und 17.600 Stehplätzen) im Hinblick auf Größe, Komfort und Sicherheit nur noch bedingt gerecht werden konnte. Und so entstand in den letzten Monaten nur wenige Meter vom alten Stadion entfernt ein neuer Tivoli, der ab der nächsten Saison zur neuen Heimat der Aachener Alemannia wird. Somit läuft die Uhr für ein Stadion ab, dass über ein Jahrhundert lang für Generationen von Öchern Treffpunkt, Wahrzeichen, große Bühne für so manche Pokalschlacht und eines der meistgefürchtesten Ziele gegnerischer Mannschaften war. Tschö Tivoli…

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