01.05.2009:   Fortuna Sittard - MVV Maastricht - 3 : 2 (1 : 0)

Fortuna Stadion (eh. Wagner & Partners Stadion), Milaanstraat 120, 6135 LH Sittard (NL)

Tore: 1:0 Van den Ouweland (38.), 1:1 Boateng (50.), 2:1 Schreurs (57.),
3:1 Schreurs (72.), 3:2 Thiebaut (78.)

Zuschauer: 7.050

Food: Kleine, sehr leckere Kroketten und Frikandeln im Business-Club,
später noch richtig gute Frites Special in Geleen...

       

Zu Gast bei Freunden...

Die grundsätzliche Idee zu dieser Tour in das niederländische Limburg wurde eigentlich vor dem Spiel des FC Schalke 04 gegen den Hamburger SV im Clubheim des Schalker Fan-Club Verbandes geboren. Denn dort lernten wir am Tresen die beiden Sittard-Fans Hans und Frans, sowie den Essener Detlef kennen. Ein Trio, welches über den Schalke-Tag den Weg zum geilsten Verein der Welt gefunden hatte. Im Laufe der Unterhaltung erhielten wir die Einladung zu einem Spiel der Fortuna aus Sittard und bereits am nächsten Tag - nach dem Blick in den Matchkalender, im Hinterkopf die Diskussion über eine (inzwischen geplatzte) Fusion der Fortuna mit dem verhassten Nachbarn aus Kerkrade - wurde der Wunsch nach einem Besuch des Limburger Derbies Fortuna Sittard gegen den MVV Maastricht per Mail auf die Reise geschickt. Tatsächlich nahmen die Dinge auch den gewünschten Lauf und so ging es am Tag der Arbeit - ohne zu wissen, was uns genau erwarten würde - Richtung Sittard. Dort wurden wir von Hans empfangen und erhielten zu unserer Überraschung Karten und Bändchen für den Business-Bereich. Aber nicht nur das - dazu stellte sich heraus, dass die Firma von Hans und seinen Brüdern auch eine der so genannten Skyboxen Ihr Eigen nennt. So verbrachte man den Abend in geselliger Runde in der Skybox und genoss frisch gezapftes Brand und ein wahnsinniges Derby.

       

37. Spieltag der Jupiler League, letztes Heimspiel der Fortuna in der Saison 2008/09 (wohlmöglich – was wir aber nicht hoffen wollen – das vorläufig letzte, falls sich die finanzielle Situation der Fortuna im Zuge des Lizensierungsverfahrens nicht kurzfristig erheblich verbessert), Derbyzeit und Zuschauerrekord für die laufende Saison. Und dann noch ein dramatisches Spiel, das in dieser Form nicht unbedingt zu erwarten war. Die Fortuna war von Beginn an hellwach, kaufte dem Favoriten aus Maastricht schon an der Mittellinie den Schneid ab und ging vollkommen verdient mit einer 1:0-Führung in die Pause. Nach der Pause allerdings fiel wie aus dem Nichts der Ausgleich für die Gäste. Wer jetzt einen Einbruch des Heimteams erwartete (im Vorjahr verlor man an gleicher Stelle 0:7), sah sich getäuscht. Die Fortuna spielte munter weiter und kam zu zwei herrlich heraus gespielten Toren und einer verdienten 3:1 Führung. Dass es zum Schluss nochmal spannend wurde, lag am späten Anschlusstreffer für den MVV, bei dem es letztlich aber blieb. Und so stand der dann folgenden Party nichts mehr im Wege...

       

Bedankt voor en heel mooie Avond!

Das Fortuna Stadion - bis 2008 noch Wagner & Partners Stadion genannt - wurde im November 1999 mit einem Freundschaftsspiel des damaligen Erstligisten Fortuna Sittard (eine Vereinigung der beiden früheren Clubs "Fortuna 54 Geleen" und "Sittardia") gegen den FC Schalke 04 feierlich eingeweiht. Es ersetzte das in die Jahre gekommene Stadion De Baandert und ist seitdem die Heimat der Fortuna. Dieser besonders von außen recht unspektakuläre Zweckbau auf der grünen Wiese bietet vier überdachte Tribünen mit insgesamt 12.500 Sitzplätzen. Die Bereiche hinter der Gegengeraden und den beiden Hintertortribünen sind für einen weiteren Ausbau vorbereitet und ursprünglich war wohl auch ein Ausbau der Ecken angedacht. Ungewöhnlich auch die Position der Flutlichtmasten, die innerhalb des Stadions und nicht wie üblich außerhalb aufgestellt sind. Das Stadion verfügt über zwei kleine Anzeigetafeln, den heute fast obligatorischen Businessbereich mit 1.000 beheizten Sitzen, 16 Logen und unter dem Spielfeld befindet sich sogar ein Parkhaus für 800 Fahrzeuge. Das ist wohl auch die Erklärung dafür, dass der Platz höher gelegt ist, man beim Gang um das Spielfeld zwischen der Spielfeldmauer und den Imbissständen herumläuft und die Zuschauer erst über eine Treppe auf ihre Plätze gelangen. Die Sicht ist dafür aber von allen Plätzen ausgezeichnet. Insgesamt ist das Stadion recht gelungen, die Stimmung ist auch bei halb gefüllten Rängen schon recht ansprechend, auch wenn der letzte Hauch Individualität fehlt.

Die niederländische Erste Division – seit 2006 benannt nach der Bierbrauerei Jupiler - besteht aus 20 Mannschaften, die wie allgemein üblich während einer Saison zweimal gegeneinander spielen. Am Saisonende steigt der Meister - in diesem Jahr der VVV Venlo - automatisch in die Ehrendivision (Eredivisie) auf. Acht weitere Klubs der Jupiler League spielen dann in einer Play-Off-Runde mit dem Vorletzten und Drittletzten der Eredivisie um die zwei vakanten Plätze in selbiger. Zusätzlich gibt es ab der Saison 2008/09 auch wieder eine Auf- und Abstiegsregelung zwischen der Jupiler League und der sogenannten Hoofdklasse - der höchsten niederländischen Amateurklasse. Der Tabellenletzte der Jupiler League (wohl der FC Omniworld Almere) steigt ab und für ihn darf der niederländische Amateurmeister (der Sieger des Amateurfinales Samstags- gegen Sonntagsmeister) aufsteigen.  Sofern er die wirtschaftlichen und strukturellen Auflagen erfüllt...

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