15.12.2009:   SC Preußen 06 Münster - SV Waldhof Mannheim - 2 : 2 (0 : 2)

Preußen-Stadion, Hammer Straße 302, 48153 Münster

Tore: 0:1 Ginter (25.), 0:2 Reule (28.), 1:2 Loose (57.), 2:2 Banouas (89., Eigentor)

Zuschauer: 3.108

Food: Sehr leckere und bekömmliche Bratwurst in nicht mehr ganz frischem Brötchen.

     

Christmas-Hopping - inklusive intensivem Glühwein-Testing - war das Motto für die letzten zwei Wochen des Jahres. Dabei sah die ursprüngliche Planung Besuche der Spiele Preußen Münster gegen Waldhof Mannheim, ASV Wuppertal gegen die SSVg Heiligenhaus, des FC Schalke 04 gegen den FSV Mainz, Twente Enschede gegen Helmond Sport, des Londoner Derbies Fulham gegen Tottenham und der Partie des AFC Wimbledon gegen Hayes & Yeading vor. Doch durch den Wintereinbruch und andere Unwägbarkeiten sollte sich dieser Plan noch einige Male ändern…

Doch nun zu dieser Nachholpartie des 16. Spieltages in der Regionalliga West: Immerhin rund dreitausend Unentwegte - darunter sogar ca. 50 Waldhof-Supporter - fanden bei klirrender Kälte und gefrorener Spielfläche den Weg ins runderneuerte Preußen-Stadion. Und das, obwohl die Preußen in der Vorwoche recht sang- und klanglos bei den Amateuren des FSV Mainz mit 0:2 verloren hatten und der Abstand auf den Tabellenführer aus Saarbrücken nun immerhin schon elf und auf den Zweiten - den ungeliebten Nachbarn aus Lotte - neun Punkte betrug. Und auch wenn die Preußen gut ins Spiel kamen, sah es schnell nach einer erneuten Pleite aus. Denn die Gäste aus Mannheim führten nach zwei Chancen urplötzlich mit 2:0 und sahen sich zur Pause recht unverdient schon auf der Siegerstraße. Doch Münster fing sich nach der Pause, kam nach 58 Minuten durch den schon vor der Halbzeitpause eingewechselten Loose zum Anschlusstreffer und hatte am Ende das Glück des Tüchtigen, als der Waldhöfer Nassim Banouas den eigenen Torwart überwand und den 2:2-Ausgleich ins eigene Tor erzielte.

       

Das Preußen-Stadion an der Hammer Straße wurde 1924 erbaut, galt damals als eines der modernsten Stadien Deutschlands und hatte lange Zeit ein Fassungsvermögen von ca. 40.000 Zuschauern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Stadion leider lange mehr als stiefmütterlich behandelt und obwohl die Preußen in der Spielzeit 1963/1964 zu den Gründungsmitgliedern der Fußball-Bundesliga gehörten, blieben erforderliche Renovierungsarbeiten lange aus. So wurde gerade einmal die Blocktrennung eingeführt und 1991 das überholte Flutlicht durch ein modernes System ausgetauscht (kurioserweise gibt es hier wie in Osnabrück zwei zusätzliche Masten auf der Gegengeraden). Eine neue Lautsprecheranlage wurde installiert und im Sommer 2001 erhielt das Stadion seine ersten Sitzplatzschalen - die stammten aus dem ehemaligen Bestand der Leverkusener BayArena. Aufgrund des Zustandes wurde auch die Zuschauerkapazität mit der Zeit immer mehr gesenkt, so dass diese heute bei nur noch 15.050 Zuschauern liegt. Allerdings hat sich seit meinem letzten Besuch vor knapp zwei Jahren viel Erfreuliches getan: Nach rund 20 Jahren intensiver Diskussionen hat man sich von den Plänen eines kompletten Neubaus - dem so genannten Preußenpark - gänzlich verabschiedet und sich für eine schrittweise Renovierung des Preußen-Stadions entschieden. So entstand in weniger als einem Jahr und für rund fünf Millionen Euro eine hochmoderne neue Haupttribüne inklusive Funktionsgebäude. Knapp 3.000 Zuschauer finden jetzt hier Platz und können sich vor und nach dem Spiel, sowie in der Halbzeitpause unter anderem im Business-Club, in der TUJA-Lounge oder in ihren Logen aufhalten. Außerdem bietet die Haupttribüne moderne Arbeitsplätze für Journalisten. Auch die erste Mannschaft der Preußen ist komplett in die Haupttribüne gezogen und hält sich in den nagelneuen Kabinen und Funktionsräumen auf. Während des kompletten Neubaus der Tribüne (Abriss am 11. November 2008) erfolgte zudem die Überdachung der Stehplätze auf der Gegengeraden. Und auch eine Sanierung der schon seit längerem gesperrten Westkurve soll in absehbarer Zeit erfolgen.

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