08.02.2009:   SV Meppen 1912 - SV Eintracht Nordhorn - 4 : 1 (2 : 0)

vivaris Arena Emsland, Lathener Strasse 15, 49716 Meppen

Tore: 1:0 Schepers (34.), 2:0 Wessels (45.), 3:0 Wigger (67., FE), 3:1 Novaku (73.), 4:1 Gerdes (90.+1)

Zuschauer: 8.700

Bratwurst: Wurst im Baguettebrötchen - immer noch auf Zweitliga-Niveau...

     

Emsland gegen Grafschaft! Da die für heute geplante Partie der SG Wattenscheid 09 in Gütersloh der Witterung zum Opfer fiel, genügte ein Blick in den Kicker Matchkalender und die Alternative für diesen Sonntag-Nachmittag war gefunden: Das Spiel der Spiele in der Niedersachsenliga-West – das Derby zwischen dem Tabellendritten SV Meppen und Eintracht Nordhorn, dem aktuellen Tabellenzweiten mit fünf Punkten Vorsprung auf den SVM. Und es sollte sich lohnen. 8.700 Zuschauer, fünf Tore, unzählige gelbe Karten, eine gelb-rote Karte und eine speziell in der ersten Halbzeit aufgeheizte Stimmung sorgten für den richtigen Derby-Rahmen. Nordhorn hatte zu Beginn mehr vom Spiel, doch Meppen – nach der Blamage beim TuS Lingen in der Vorwoche unter erheblichem Druck - legte die Nervosität mit zunehmender Spieldauer mehr und mehr ab. Schlüsselszene des Matches war dann sicherlich der Platzverweis für den Nordhorner Baysoy in der 30. Minute. Bereits mit Gelb vorbelastet, stoppte dieser per Notbremse den Meppener Wessels an der Mittellinie und sah dafür völlig zu Recht Gelb-Rot. Danach übernahmen die Emsländer endgültig das Kommando und gingen bis zur Pause durch Treffer von Sebastian Schepers (35.) und René Wessels (45.) mit 2:0 in Führung. In der der zweiten Hälfte war Nordhorn um den Anschlusstreffer bemüht, Meppen kam jedoch durch Wigger per Foulelfmeter zum 3:0 und damit zur Entscheidung. Das 1:3 für Eintracht Nordhorn nach 73 Minuten und das 4:1 für Meppen in der Nachspielzeit waren dann nur noch Ergebniskosmetik.

       

Die heutige „vivaris Arena Emsland“ kann auf eine durchaus bewegte Geschichte zurückblicken. In den Jahren 1923 - 1924 durch Vereinsmitglieder errichtet, wurde das Stadion am 22. Juni 1924 mit einem Spiel des SV Meppen gegen Union Münster feierlich eingeweiht. Bereits drei Jahre später erhielt es den Namen „Hindenburg-Stadion". Zu dieser Zeit bestand die Anlage aus einer Rasenfläche mit umlaufender Schlackenbahn und erhöht liegenden Zuschauerrängen. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Anlage nicht nur für sportliche Veranstaltungen, sondern auch regelmäßig für Aufmärsche der SA genutzt und erst das Kriegsende machte dieser Zweckentfremdung ein Ende. Danach allerdings wurde die gesamte Anlage von den polnischen! Besatzern beschlagnahmt, für Vergleiche gegen die Teams anderer Siegermächte genutzt und erst Ende der 40er Jahre an die Stadt Meppen zurückgegeben. Im Zuge der dann folgenden Instandsetzung erhielt das Stadion neue Stehränge und eine kleine Sitztribüne, die 1962 mit enormer Eigenleistung des Vereins überdacht wurde. Und 1969 erhielt die Anlage ihre erste kleine Flutlichtanlage mit 6 Masten und einer Lichtleistung von 200 Lux, welche aber bereits 1985 aus Sicherheitsgründen wieder abgebaut wurde. Mit dem Aufstieg des SVM in die zweite Bundesliga 1987 erfolgte dann der radikale Umbau der Anlage – inklusive der Vergrößerung der Spielfläche, Entfernung der Laufbahn, dem Bau der neuen Haupttribüne und des neuen Flutlichts - hin zu einer zweitligatauglichen Arena, die heute Platz für 16.500 Zuschauer bietet (4.600 überdachte Sitz-, 3.000 überdachte Steh- und 8.900 nicht überdachte Stehplätze). Und nachdem es zwischenzeitlich den Namen „Emslandstadion“ trug, heißt es nun seit 2005 „vivaris Arena Emsland“.

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