11.05.2008:   Kickers Offenbach - 1899 Hoffenheim - 1 : 1 (0 : 1)

Stadion Bieberer Berg, Offenbach

Tore: 0:1 Copado (54. Foulelfmeter), 1:1 Türker (81. Handelfmeter)

Zuschauer: 14.256

     

Schon lange stand der Bieberer Berg - sicherlich eines der traditionsreichsten Stadien in Deutschland - auf dem Wunschzettel. An diesem Wochenende sollte es dann endlich so weit sein. Und dann noch in einem Spiel, in dem es für beide Mannschaften am vorletzten Spieltag der Saison um fast alles ging: Offenbach, die ganze Saison über nicht auf einem Abstiegsplatz, nun aber nur noch zwei Punkte entfernt vom Abgrund und die Ex-TSG jetzt 1899 Hoffenheim - als Zweitliga-Aufsteiger - bereits mit einem Bein in der ersten Liga, den direkten Konkurrenten FSV Mainz aber mit nur einem Punkt dahinter im Nacken. Showdown...

       

Das Spiel: Vor 14.256 Zuschauern sorgte Francisco Copado mit seinem zehnten Saisontreffer (54.) für die Führung der Hoffenheimer und kollektiven Jubel der rund 2.500 mitgereisten 1899-Fans. Nach einem Foul von OFC-Verteidiger Niko Bungert an Demba Ba im Strafraum verwandelte er den fälligen Foulelfmeter sicher. Den 1:1-Ausgleich erzielte Offenbachs Angreifer Suat Türker erneut per Elfmeter (81.) und sorgte damit zumindest für einen Teilerfolg der Schlußoffensive und weitere Hoffnung im Abstiegskampf.

       

Das Stadion Bieberer Berg, schon von Weitem an seiner imposanten Zwei-Masten-Flutlichtanlage zu erkennen, wurde im Jahre 1921 anstelle des ehemaligen Exerzierplatzes auf der gleichnamigen Anhöhe errichtet. Die erste Haupttribüne aus Holz fasste damals 1.200 Zuschauer. Es dauerte allerdings noch bis 1949, ehe man den Schlackeplatz gegen den ersten Rasen tauschte und der eigentliche Ausbau zum Stadion begann: Im Jahre 1952 wurde gegenüber der alten Haupttribüne eine überdachte Stehtribüne, die noch heute existierende Waldemar-Klein-Tribüne, errichtet. Die erste Flutlichtanlage mit vier Masten wurde 1956 eingeweiht und bereits 1959 wieder demontiert. 1962 wurde die alte Holzkonstruktion durch die heutige Haupttribüne ersetzt und 1968 folgte der Bau einer Stahlrohrtribüne und der heutigen Flutlichtanlage. Zuletzt wurde dann 1973 die Südosttribüne errichtet. Nach den diversen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen der letzten Jahre beträgt das aktuelle Fassungsvermögen rund 25.000 Plätze (6.500 überdachte Sitz-, 10.000 überdachte Steh-, sowie 8.500 unüberdachte Stehplätze).

Und mehr als treffend für einen Klassiker unter den deutschen Stadien ein Zitat von der Kickers Homepage: "In Zeiten von Sitzplatzarenen und VIP-Logen bietet der Bieberer Berg etwas, was in vielen Vereinen schon verloren gegangen ist. Ein Stadion, in dem es nur um eins geht – um Fußball. Dazu gehört auch, daß das Stadion nie einen Namen bekommen hat. Der Bieberer Berg ist einfach der Bieberer Berg. Namen erhalten bestimmte Bereiche im Stadion. Das aber ganz und gar inoffiziell und durch die, die den Bieberer Berg erhalten. Die Zuschauer. So gibt es das Schießhaustor, die Senfkurve oder auch Alcatraz. Und selbst musikalisch findet sich das Stadion der Kickers wieder in der Anhängerschaft. „Oh, Bieberer Berg, oh, Bieberer Berg! Der Himmel weint, die Sonne lacht, das hat uns nie was ausgemacht, wir geh’n immer wieder auf den Bieberer Berg!“ Der Charme der 70er Jahre ist hier an allen Ecken und Enden zu spüren mit allen positiven aber auch negativen Seiten".

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