22.01.2008:   KFC Uerdingen 05 - MSV Duisburg - 0 : 2 (0 : 0)

Grotenburg-Stadion, Krefeld

Tore: 0:1 Lamey (82.), 0:2 Tosunoglu (83.)

Retter: 7.112

     

"Krefeld wählt" und 7.112 Retter kamen an diesem kalten Januarabend in das Uerdinger Grotenburg-Stadion, um ihren Teil zur Rettung des von Insolvenz bedrohten KFC zu leisten. Und neben der ordentlichen Einnahme machte auch das Spiel der Uerdinger gegen den MSV Duisburg den Verantwortlichen durchaus Spaß: Der KFC spielte mehr als ordentlich mit und hatte gerade in der zweiten Hälfte gute Chancen, selbst in Führung zu gehen. Allerdings - als dem Oberligisten in der Schlussphase so langsam aber sicher die Puste ausging - gelang dem MSV durch zwei späte Tore doch ein schmeichelhafter Sieg.

       

In der Not müssen alle Opfer bringen. Am schlimmsten traf es den Rasen in der Krefelder Grotenburg. Zwei Retterspiele in nur vier Tagen – der Untergrund hätte danach vielleicht noch als Hundeübungsplatz getaugt, zum Fußballspielen eigentlich nicht mehr. Rudi Bommer, der Trainer des MSV Duisburg, mutmaßte nach dem 2:0-Sieg seiner Mannschaft im Freundschaftsspiel gegen den KFC Uerdingen, dass der Rasen noch derselbe gewesen sei wie bei seinem letzten Auftritt in der Grotenburg vor 20 Jahren. Auf die Stadt Krefeld als Eigentümer des Stadions kommen nun jedenfalls umfangreiche Instandsetzungsarbeiten zu. Denn in der Grotenburg wird auch in Zukunft noch Fußball gespielt: Der KFC Uerdingen hat in letzter Minute die drohende Insolvenz abgewendet.


       

Das heutige Grotenburg-Stadion wurde am 17. September 1927 unter dem Namen „Grotenburg-Kampfbahn“ eröffnet, zum ständigen Schauplatz von Fußballspielen wurde die Grotenburg aber erst ab der Saison 1963/64, als der TSV Duisburg 48/99 in der Fußball-Regionalliga nach Krefeld auswich. 1971 schaffte Bayer 05 Uerdingen den Aufstieg in die Regionalliga-West - die damals zweithöchste deutsche Spielklasse. Um der erhofften Zuschauernachfrage gerecht zu werden, erfolgte der Umzug vom Stadion am Löschenhofweg im Stadtteil Uerdingen in die Grotenburg-Kampfbahn in Krefeld-Bockum. Mit dem Umzug der Uerdinger in die Grotenburg-Kampfbahn begann auch der etappenweise Umbau in ein reines Fussballstadion. 1975 wurde die neue Haupttribüne im Süden mit 4.000 Sitzplätzen und vorgelagerten 3.500 überdachten Stehplätzen eingeweiht. 1976 erfolgte die Errichtung der vom DFB geforderten Flutlichtanlage mit finanzieller Unterstützung der Bayer AG. 1979 wurde die obere Westkurve um weitere 6.000 Stehplätze erweitert. Im Jahre 1986 mußte dann die alte Tribüne auf der Nordseite weichen, das Spielfeld wurde an die Südtribüne verlegt und die heutige Nordtribüne als reine Sitzplatztribüne mit 6.010 Sitzplätzen errichtet. Gleichzeitig erfolgte der Abriss der alten “Zookurve” (Ostkurve) und der Bau einer neuen, nun direkt hinter dem Tor stehenden Stehplatztribüne. Mit dem Verlust der Leichtathletikbahn wurde dann auch der Name des Stadions von “Grotenburg-Kampfbahn” in “Grotenburg-Stadion” geändert. Einzig die letzten beiden Schritte – die Überdachung der Ostkurve  und der Neubau der Westkurve – wurden bedingt durch den finanziellen Ausstieg der Bayer AG und den folgenden sportlichen Abstieg der Uerdinger nicht mehr realisiert. Heute bietet das Grotenburg-Stadion immerhin noch rund 34.500 Plätze und hat sich seit den Bundesligazeiten zu Beginn der 90er Jahre nicht wirklich verändert. Die letzten fünf Bilder entstanden übrigens am 12.01.2008. 

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